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Medizin gehört zu den beliebtesten und anspruchsvollsten Studiengängen in Deutschland. Jährlich bewerben sich über 40.000 Abiturienten auf etwa 10.000 Studienplätze. Der Weg zum Arztberuf erfordert Durchhaltevermögen, gute Planung und die richtige Strategie bei der Bewerbung. Dieser Guide gibt dir einen vollständigen Überblick über alles, was du zum Medizinstudium wissen musst.
Das Medizinstudium bereitet dich auf die Tätigkeit als Arzt vor. Du lernst, Krankheiten zu diagnostizieren, Therapien einzuleiten und Patienten zu betreuen. Das Studium verbindet naturwissenschaftliche Grundlagen mit klinischer Praxis und erfordert sowohl analytisches Denken als auch Empathie im Umgang mit Menschen.
Anders als die meisten Studiengänge endet das Medizinstudium nicht mit Bachelor oder Master, sondern mit dem Staatsexamen. Nach erfolgreichem Abschluss erhältst du die Approbation, die staatliche Zulassung zur Ausübung des Arztberufs in Deutschland.
Für das Medizinstudium benötigst du in der Regel die Allgemeine Hochschulreife (Abitur). In einigen Bundesländern ist auch die fachgebundene Hochschulreife ausreichend. Darüber hinaus gibt es Wege, auch ohne Abitur Medizin zu studieren, etwa über eine abgeschlossene Berufsausbildung im Gesundheitsbereich mit anschließender Berufserfahrung.
Der NC für Humanmedizin liegt seit Jahren zwischen 1,0 und 1,2, abhängig vom Bundesland. Allerdings werden nur 30 Prozent der Studienplätze über die reine Abiturnote vergeben. Die übrigen 70 Prozent werden über das Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) und die Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ) vergeben, bei denen weitere Kriterien eine Rolle spielen.
Eine detaillierte Erklärung des Zulassungsverfahrens findest du im Kapitel Allgemeines zum Auswahlverfahren.
Das Medizinstudium dauert mindestens 12 Semester und 3 Monate (etwa 6 Jahre und 3 Monate). Es gliedert sich in drei Abschnitte.
Die ersten vier Semester vermitteln die naturwissenschaftlichen und medizinischen Grundlagen. Auf dem Stundenplan stehen Anatomie, Physiologie, Biochemie, Biologie, Chemie und Physik. Du lernst den Aufbau des menschlichen Körpers kennen und verstehst, wie die verschiedenen Organsysteme funktionieren.
Bereits vor oder während der Vorklinik musst du ein dreimonatiges Krankenpflegepraktikum absolvieren sowie einen Erste-Hilfe-Kurs nachweisen. Am Ende der Vorklinik steht das Physikum (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung), eine anspruchsvolle schriftliche und mündliche Prüfung.
Nach dem Physikum beginnt der klinische Studienabschnitt. Hier lernst du die verschiedenen medizinischen Fachgebiete kennen: Innere Medizin, Chirurgie, Neurologie, Pädiatrie, Gynäkologie, Psychiatrie und viele weitere. Der Unterricht findet zunehmend am Krankenbett statt, und du sammelst erste praktische Erfahrungen im Umgang mit Patienten.
Während der Klinik absolvierst du vier einmonatige Famulaturen (Praktika) in verschiedenen medizinischen Bereichen. Am Ende des klinischen Abschnitts steht der Zweite Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, das sogenannte Hammerexamen.
Das Praktische Jahr (PJ) bildet den Abschluss des Studiums. Du arbeitest jeweils vier Monate in der Inneren Medizin, der Chirurgie und einem Wahlfach deiner Wahl. Das PJ kannst du an Universitätskliniken, Lehrkrankenhäusern oder auch im Ausland absolvieren.
Nach dem PJ folgt der Dritte Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, eine mündlich-praktische Prüfung. Mit dem Bestehen erhältst du die Approbation und darfst dich Arzt oder Ärztin nennen.
Die Studienplätze werden über drei Quoten vergeben. In der Abiturbestenquote (ABQ) erhalten 30 Prozent der Plätze an Bewerber mit den besten Abiturnoten. Das Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) vergibt 60 Prozent der Plätze nach hochschulspezifischen Kriterien, die Abiturnote, Testergebnisse und weitere Faktoren kombinieren. Die Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ) vergibt 10 Prozent der Plätze unabhängig von der Abiturnote.
Auswahltests können deine Chancen auf einen Studienplatz erheblich verbessern. Der TMS (Test für medizinische Studiengänge) ist der wichtigste Test und wird von fast allen deutschen Universitäten berücksichtigt. Er prüft studienbezogene Fähigkeiten wie logisches Denken, räumliches Vorstellungsvermögen und Merkfähigkeit.
Der HAM-Nat ist ein naturwissenschaftlicher Wissenstest, der an den Universitäten Hamburg, Berlin (Charité) und Magdeburg eingesetzt wird. Wenn deine Stärken in Biologie, Chemie und Physik liegen, kann der HAM-Nat eine gute Alternative oder Ergänzung zum TMS sein. Ausführliche Vorbereitungsmaterialien findest du auf hamnatvorbereitung.de.
Ab 2027 wird der neue TMS-Nat eingeführt, der Elemente beider Tests kombiniert. Informationen zu weiteren Tests wie Heidelberger IKM, HAM-SJT oder Interviewverfahren findest du im Kapitel Weitere Auswahltests.
Neben Tests gibt es weitere Möglichkeiten, deine Zulassungschancen zu verbessern. Eine abgeschlossene Berufsausbildung im medizinischen Bereich (etwa als Pflegefachkraft, Rettungssanitäter oder MTA) wird an vielen Universitäten mit Bonuspunkten honoriert. Ein Freiwilligendienst (FSJ, BFD) kann ebenfalls positiv berücksichtigt werden.
Die Bewerbung für das Medizinstudium läuft zentral über das Portal hochschulstart.de. Die Bewerbungsfrist für das Wintersemester endet am 31. Mai, für das Sommersemester am 15. Januar. Alle wichtigen Termine findest du im Kapitel Wichtige Termine.
Mit unserem medirechner kannst du berechnen, an welchen Universitäten du mit deiner Abiturnote und deinem Testergebnis realistische Chancen hast.
Nicht jeder Weg führt über den klassischen NC. Es gibt verschiedene Alternativen, die je nach deiner Situation interessant sein können.
Die Landarztquote ermöglicht in mehreren Bundesländern den Zugang zum Medizinstudium gegen die Verpflichtung, nach dem Studium für eine bestimmte Zeit (meist zehn Jahre) als Hausarzt in einer unterversorgten Region zu arbeiten. Der NC spielt hier eine geringere Rolle.
Das Medizinstudium über die Bundeswehr bietet einen NC-unabhängigen Weg. Du verpflichtest dich für mindestens 17 Jahre und studierst an einer zivilen Universität, während die Bundeswehr die Kosten übernimmt.
An privaten Hochschulen wie der Universität Witten/Herdecke oder der Medizinischen Hochschule Brandenburg gibt es keinen NC. Stattdessen durchläufst du ein eigenes Auswahlverfahren. Die Studiengebühren liegen bei etwa 6.000 bis 12.000 Euro pro Semester.
Das Medizinstudium im Ausland ist eine Option für alle, die dem deutschen NC ausweichen möchten. Beliebte Länder sind Österreich (mit dem MedAT als Aufnahmetest), Ungarn, Tschechien, Polen und Lettland. EU-Abschlüsse werden in Deutschland anerkannt.
Das Losverfahren vergibt nicht angenommene Studienplätze nach dem Zufallsprinzip. Die Chancen sind gering, aber der Aufwand ebenfalls. Die Studienplatzklage kann in bestimmten Fällen eine Option sein, ist aber mit erheblichen Kosten verbunden.
Das Medizinstudium an staatlichen Universitäten ist in Deutschland weitgehend gebührenfrei. Du zahlst lediglich Semesterbeiträge von etwa 100 bis 400 Euro pro Semester. Die Lebenshaltungskosten (Miete, Essen, Bücher, Lernmaterialien) belaufen sich je nach Stadt auf 800 bis 1.200 Euro monatlich.
An privaten Hochschulen fallen Studiengebühren von 6.000 bis 12.000 Euro pro Semester an. Finanzierungsmöglichkeiten sind BAföG, Studienkredite oder Stipendien.
Mit der Approbation darfst du als Arzt arbeiten, bist aber noch kein Facharzt. Die Facharztausbildung (Weiterbildung) dauert je nach Fachrichtung fünf bis sechs Jahre und erfolgt in der Regel als Assistenzarzt an einem Krankenhaus oder in einer Praxis.
Mögliche Facharztrichtungen sind unter anderem Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Chirurgie, Anästhesie, Pädiatrie, Gynäkologie, Psychiatrie, Dermatologie, Orthopädie und viele weitere. Anschließend kannst du in einer Klinik arbeiten, dich niederlassen oder in Forschung, Industrie oder öffentlichem Gesundheitswesen tätig werden.
Wenn du dir noch nicht sicher bist, ob der Arztberuf das Richtige für dich ist, findest du im Kapitel Alternative Karrierewege Informationen zu verwandten Berufsfeldern im Gesundheitswesen.
Nutze unseren medirechner, um deine Zulassungschancen an allen deutschen Universitäten zu berechnen. Wenn du dich auf den TMS vorbereitest, findest du auf tmsvorbereitung.de umfangreiche Lernmaterialien. Für den HAM-Nat bieten wir auf hamnatvorbereitung.de spezialisierte Vorbereitungskurse an.
In unserem Zulassungsguide führen wir dich Schritt für Schritt durch alle Details des Bewerbungsverfahrens.