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Du willst Medizin studieren, aber deine aktuelle Notensituation sieht nicht nach 1,0 aus? Dann bist du hier genau richtig. Wir sind Martin und Malte, haben selbst den Weg durch das Zulassungsverfahren hinter uns und studieren bzw. haben Medizin in Hamburg studiert. Wir wissen aus eigener Erfahrung: Die Abiturnote ist und bleibt der wichtigste Hebel für die Zulassung zum Medizinstudium. Jeder Punkt kann darüber entscheiden, ob du direkt nach dem Abitur einen Studienplatz bekommst oder ob du ein, zwei oder sogar mehr Jahre auf deinen Platz warten musst.
Die gute Nachricht: Du kannst aktiv etwas tun, und zwar schon lange bevor die Abiprüfungen anstehen. In diesem Artikel zeigen wir dir zehn konkrete Strategien, mit denen du deine Abiturnote gezielt verbessern kannst. Keine leeren Motivationssprüche, sondern Tipps, die wir selbst angewendet haben oder die wir im Nachhinein gerne früher gekannt hätten.
Bevor du loslegst, musst du wissen, wo die Latte liegt. Viele angehende Medizinstudierende denken dabei nur an den Abiturschnitt, aber tatsächlich kommt es auf die einzelnen Punkte an, und zwar auch innerhalb derselben Abinote. Eine 1,0 ist nicht gleich 1,0: Wer mit 850 Punkten abschließt, hat im Zulassungsverfahren deutlich bessere Chancen als jemand mit 825 Punkten, obwohl auf beiden Zeugnissen formal 1,0 steht. Im Auswahlverfahren wird nämlich nicht nur der Schnitt, sondern die tatsächliche Punktzahl herangezogen, und bei der Masse an Bewerbungen mit Topnoten entscheiden genau diese Unterschiede darüber, wer einen Platz bekommt und wer nicht.
Nutze am besten unseren Zulassungsrechner, um genau zu sehen, wie viele Punkte du in der Oberstufe und im Abitur brauchst und wie sich verschiedene Szenarien auf deinen Schnitt auswirken. So bekommst du ein realistisches Bild davon, welche Noten du in welchen Fächern anstreben solltest, anstatt blind auf „irgendwie 1,0" hinzuarbeiten. Wenn du weißt, dass dir beispielsweise noch 15 Punkte zum Zielschnitt fehlen, kannst du viel gezielter planen, in welchen Fächern du diese Punkte am realistischsten holen kannst.
Einer der häufigsten Fehler, den wir sehen: Schülerinnen und Schüler wählen Biologie oder Chemie als Leistungskurs, weil es „ja für Medizin relevant ist". Das klingt logisch, kann aber ein teurer Fehler sein. Die eigentliche Hürde ist nicht, im Studium inhaltlich vorbereitet zu sein. Die Hürde ist, überhaupt einen Studienplatz zu bekommen. Alles, was du für das Medizinstudium an Vorwissen brauchst, lernst du dort ohnehin von Grund auf.
Wenn du in Deutsch oder Geschichte konstant 13 bis 15 Punkte holst, in Biologie aber nur 9 bis 11, dann ist die strategisch klügere Entscheidung, die notenstarken Fächer als Leistungskurse zu wählen. Das fühlt sich vielleicht erst einmal falsch an, aber dein Abischnitt kennt keinen Unterschied zwischen Punkten aus Biologie und Punkten aus Geschichte. Priorisiere bei der Profilwahl und der Leistungskurswahl also konsequent nach Note, nicht nach Interesse oder vermeintlicher Relevanz.
In vielen Bundesländern hast du die Möglichkeit, mehr Fächer zu belegen, als du letztlich in deine Abiturwertung einbringen musst. Diese Option solltest du unbedingt nutzen, wenn sie dir zur Verfügung steht. Gerade bei rein mündlich bewerteten Fächern ist der tatsächliche Mehraufwand oft überschaubar, da du in diesen Fächern ohnehin am Unterricht teilnimmst und nur etwas gezielter mitarbeiten musst.
Der Vorteil ist enorm: Am Ende der Oberstufe kannst du einfach die Fächer mit den besten Noten einbringen und die schwächeren weglassen. Du gibst dir damit selbst einen Puffer, der einzelne schlechte Tage oder unglückliche Prüfungen auffangen kann. Informiere dich frühzeitig über die konkreten Einbringungsregeln in deinem Bundesland, denn die Unterschiede sind teilweise erheblich.
Viele Schülerinnen und Schüler konzentrieren sich fast ausschließlich auf Klausuren und wundern sich dann, warum die Zeugnisnote trotzdem nicht stimmt. Der Grund ist simpel: Die mündliche Mitarbeit macht in den meisten Bundesländern und Fächern rund 50 Prozent der Note aus. In Fächern ohne Klausuren sogar 100 Prozent.
Das bedeutet: Intensives Lernen zwei Wochen vor der Klausur reicht nicht, wenn du die restlichen Wochen im Unterricht schweigst. Mündliche Beteiligung ist keine Bonus-Leistung, sondern ein gleichwertiger Bestandteil deiner Note. Mach dir bewusst, dass jede Unterrichtsstunde eine Gelegenheit ist, Punkte zu sammeln. Das muss nicht heißen, dass du dich permanent meldest. Regelmäßige, durchdachte Beiträge reichen oft aus, um von den Lehrkräften als aktiv und engagiert wahrgenommen zu werden. Aus unserer Erfahrung ist die mündliche Note oft der Bereich, in dem mit relativ wenig Aufwand die größten Verbesserungen möglich sind.
Dieser Tipp kostet nichts außer etwas Überwindung und kann trotzdem viel bewirken. Informiere deine Lehrerinnen und Lehrer frühzeitig über dein Ziel, Medizin zu studieren, und frage ganz direkt, wo du aktuell stehst und was du konkret tun müsstest, um dich zu verbessern. Natürlich müssen Lehrkräfte objektiv bewerten, und kein Lehrer wird dir Punkte schenken, nur weil du freundlich fragst. Aber die meisten Lehrkräfte schätzen es, wenn Schülerinnen und Schüler eigeninitiativ Feedback einholen. Du bekommst so oft gezielte Hinweise, worauf du dich konzentrieren solltest, welche Aspekte deiner Mitarbeit gut laufen und wo noch Luft nach oben ist.
Außerdem signalisierst du damit, dass du ernsthaft an deiner Leistung arbeitest. Das kann in Grenzfällen, wenn die Note zwischen zwei Stufen steht, durchaus einen positiven Eindruck hinterlassen. Nicht als Manipulation, sondern als nachvollziehbarer Ausdruck von Engagement.
Eine gute Abiturnote entsteht nicht zufällig, sondern durch konsequente Planung. Setze dir nach jedem Zeugnis konkrete Ziele: Welchen Schnitt möchtest du am Ende der Oberstufe erreichen? Wie viele Punkte brauchst du dafür noch in welchen Fächern? Und wie realistisch sind diese Ziele angesichts deiner bisherigen Ergebnisse?
Es kann helfen, eine Punkterechner-App oder eine Noten-App zu nutzen, um den Überblick zu behalten und verschiedene Szenarien durchzuspielen. Nach jedem Halbjahr solltest du ehrlich reevaluieren: Bist du auf Kurs? Musst du in bestimmten Fächern mehr investieren? Oder kannst du vielleicht sogar Ressourcen umverteilen, weil ein Fach besser läuft als erwartet? Dieses regelmäßige Nachjustieren verhindert, dass du am Ende der Oberstufe vor vollendeten Tatsachen stehst und nichts mehr ändern kannst.
Nicht nur wie viel du lernst, sondern vor allem wie du lernst, macht einen großen Unterschied. Zwei Methoden, die sich sowohl in der Schule als auch später im Medizinstudium bewährt haben, möchten wir dir besonders ans Herz legen.
Die erste ist das Lernen mit Anki-Lernkarten. Anki ist ein kostenloses Programm, das auf dem Prinzip der verteilten Wiederholung (Spaced Repetition) basiert. Du erstellst digitale Karteikarten, und Anki zeigt dir automatisch die Karten, die du bald vergessen würdest, häufiger als die, die du schon sicher kannst. Im Medizinstudium ist Anki praktisch Standard, und wenn du dich schon in der Oberstufe daran gewöhnst, hast du später einen echten Vorsprung.
Die zweite Methode ist die Pomodoro-Technik: Du arbeitest in fokussierten Intervallen von 25 Minuten, gefolgt von kurzen Pausen. Das klingt banal, hilft aber enorm gegen Prokrastination und sorgt dafür, dass du deine Lernzeit tatsächlich produktiv nutzt, anstatt stundenlang vor dem Buch zu sitzen und nur halb aufmerksam zu sein.
Einer der wichtigsten Tipps, den wir geben können: Besorge dir so früh wie möglich alte Abiturklausuren aus deinem Bundesland und arbeite sie durch. Viele Schülerinnen und Schüler machen den Fehler, erst zwei Wochen vor dem Abitur mit den Altklausuren anzufangen, und stellen dann erschrocken fest, dass sich die Abiaufgaben deutlich von den gewohnten Klausuren aus dem Unterricht unterscheiden.
Indem du frühzeitig mit Altklausuren übst, erkennst du rechtzeitig, welche Themen und Aufgabenformate im Abitur tatsächlich drankommen und wo dein Unterricht den Lehrplan vielleicht nur lückenhaft abgedeckt hat. So kannst du gezielt Wissenslücken füllen, solange noch genug Zeit dafür ist. Dieser Tipp allein kann in den schriftlichen Prüfungen mehrere Punkte Unterschied machen, und genau diese Punkte können am Ende über deinen Schnitt entscheiden.
Auch wenn dieser Artikel sich auf die Abiturnote konzentriert, solltest du das Gesamtbild im Blick behalten. Neben der Abiturnote spielen an vielen Universitäten Auswahltests eine wichtige Rolle. Der TMS (Test für Medizinische Studiengänge) und der HAM-Nat (Hamburger Naturwissenschaftstest) können deine Chancen erheblich verbessern, wenn dein Schnitt allein nicht ausreicht. Ab 2027 wird zudem der TMS-Nat als neues Testformat eingeführt, auf den du dich rechtzeitig vorbereiten solltest.
In unserem Zulassungsguide findest du eine ausführliche Übersicht über alle Zulassungswege, Auswahltests und Zusatzqualifikationen, die dir helfen können. Eine gute Abiturnote ist der Grundstein, aber es gibt mehrere Stellschrauben, an denen du drehen kannst.
Wir verstehen, dass es verlockend ist, die Oberstufe etwas entspannter anzugehen und die Freizeit zu genießen. Aber lass dir gesagt sein: Jeder Punkt, den du im Abitur mehr holst, kann dir später Monate oder sogar Jahre sparen. Ein besserer Schnitt kann bedeuten, dass du keinen Freiwilligendienst machen musst, nur um mehr Punkte im Auswahlverfahren zu sammeln. Er kann bedeuten, dass du einen Auswahltest weniger schreiben musst oder direkt im ersten Anlauf zugelassen wirst, anstatt ein oder zwei Jahre auf einen Studienplatz zu warten.
Rechne dir das einmal durch: Ein bis zwei Jahre früher mit dem Medizinstudium fertig zu sein bedeutet ein bis zwei Jahre früher ein Arztgehalt zu verdienen. Oder du nutzt die gewonnene Zeit für Dinge, die dich wirklich weiterbringen: ein Auslandssemester, eine experimentelle Doktorarbeit oder einfach die Freiheit, im Studium auch mal ein Semester für Erfahrungen außerhalb des Lehrplans zu nutzen, ohne das Gefühl zu haben, hinterherzuhinken. Ich selbst habe mit 18 Jahren relativ früh angefangen, habe dann jedoch während des Studiums ein Jahr in Spanien gelebt und ein Jahr für meine Doktorarbeit ausgesetzt. Beide Erfahrungen waren für meinen späteren Karriereweg absolut prägend.
Der Mehraufwand in der Oberstufe zahlt sich also nicht nur finanziell, sondern auch in Lebensqualität und Flexibilität während des Studiums aus. Natürlich soll die Schulzeit nicht nur aus Lernen bestehen, aber ein strategischer, gezielter Mehreinsatz in den entscheidenden Bereichen ist keine verlorene Lebenszeit, sondern eine Investition in deine Zukunft.
Die Abiturnote fürs Medizinstudium zu optimieren ist kein Sprint, sondern ein Prozess, der idealerweise mit dem Beginn der Oberstufe startet. Wähle deine Fächer strategisch, arbeite mündlich konsequent mit, nutze bewährte Lernmethoden, und überprüfe regelmäßig, ob du auf Kurs bist. Informiere dich mit unserem Zulassungsrechner über deine aktuellen Chancen und lies dich in unserem Ratgeber zur Zulassung in die verschiedenen Zulassungswege ein.
Und selbst wenn es trotz aller Bemühungen mit der Abiturnote allein nicht reicht: Das ist kein Grund, den Traum vom Medizinstudium aufzugeben. Auswahltests wie der HAM-Nat oder der TMS bieten echte Chancen, einen Studienplatz auch ohne Bestnote zu bekommen. Viele Universitäten gewichten diese Tests so stark, dass ein gutes Testergebnis alleine den Studienplatz sichern kann. Auf hamnatvorbereitung.de findest du alles, was du für eine gezielte Vorbereitung auf den HAM-Nat brauchst.
Wir selbst haben verschiedene Wege von Abitur bis hin zu diversen Auswahltests selbst durchlaufen und wissen: Es ist machbar, auch wenn es Disziplin erfordert. Und wenn du jetzt damit anfängst, hast du die besten Voraussetzungen, dir deinen Traum vom Medizinstudium zu erfüllen.