Der härteste TMS aller Zeiten? Was 25.000 Teilnehmende im November 2026 bedeuten

Von Malte Kuehl, Betreiber von medirechner
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Rund 25.000 Menschen sitzen am 7. und 8. November 2026 für den letzten TMS in den Testhallen. Und das, obwohl für den Herbsttermin waren bisher nur 14.000 bis 15.000 Teilnehmende üblich waren. Die Koordinationsstelle hatte sogar vorsorglich 5.000 Plätze mehr gebucht, musste nach Anmeldephase 1 noch einmal 5.000 nachlegen und war damit immer noch knapp dran.

Seitdem kursiert in den TMS-Gruppen die Prognose, das werde ein Blutbad. Was dahintersteckt und was das für eure Vorbereitung heißt, klären wir hier.

 
 

Der Standardwert bleibt stabil

 
Die TMS-Aufgaben stehen lange vor dem Testtag fest und sind vorab kalibriert. An der Schwierigkeit des TMS ändern die Anmeldezahlen erstmal nichts.

Auch dein Ergebnis, also Standardwert und Prozentrang, hängt nicht an den 25.000 Leuten neben dir. Der TMS-Standardwert entsteht über ein Equating-Verfahren, das Unterschiede zwischen Testterminen und Jahrgängen ausgleicht. In der offiziellen FAQ steht, die Auswertung gewährleiste, "dass auch die aktuellen TMS-Ergebnisse (...) weiterhin mit den Ergebnissen vorheriger Jahre vergleichbar sind". Die Skala mit Mittelwert 100 ist damit über die Jahre verankert und nicht das Ranking eines einzelnen Wochenendes. Wer sonst einen Standardwert von 115 geschafft hätte, schafft diesen wohl auch in diesem Jahrgang.

 
 

Härter wird die Konkurrenz um die Plätze

 
Studienplätze vergeben die Fakultäten nach Verfahrensnoten, im Auswahlverfahren der Hochschulen und in der Zusätzlichen Eignungsquote. Die Grenzwerte dort entstehen aus dem Bewerberfeld, und 25.000 November-TMS-Ergebnisse konkurrieren 2027 um dieselbe Zahl Plätze wie sonst 14.000.

Dazu kommt die Zusammensetzung. In Anmeldephase 3 standen bis zum letzten Tag Plätze für Wiederholerinnen und Wiederholer zur Verfügung, und Zweitversuche fallen häufig besser aus als Erstversuche. Die Dichte guter Ergebnisse steigt also möglicherweise zusätzlich zur Menge. Dein Standardwert bleibt also derselbe, kauft dir aber weniger im Zulassungsverfahren.

 
 

Im Mai bekommt deine Konkurrenz einen zweiten Versuch

 
Ab dem Wintersemester 2027/28 erkennen viele Medizin-Fakultäten, die schon eine Regel veröffentlicht haben, den TMS und den TMSnat für eine Übergangszeit parallel an. An Unis wie Münster, Göttingen oder Dresden kann man die beiden Tests in der gleichen Quote einreichen. Natürlich reicht man dann das Ergebnis ein, welches besser ausfällt. An einigen Unis ist es sogar noch extremer: Nur ein kleiner Teil der Studienplätze nutzt dort den TMS, während andere ausschließlich den neuen TMSnat zählen. Wer also im November den TMS schreibt und im Mai 2027 zusätzlich den TMSnat absolviert, hat also zwei Chancen.

Zwischen November und Mai kommt bei einigen dazu ein halbes Jahr Lernen dazu. Auch, wenn der TMSnat deutlich lernintensiver ist, als der TMS, können sich in dieser Zeit große Unterschiede auftun. Wenn du im November aufhörst, trittst du gegen ein Feld an, das im Mai nachlegt.

 
 

Weniger Fakultäten, an denen ein TMS-Ergebnis voll zählt

 
Der Wert eines reinen TMS-Ergebnisses schrumpft ab 2027 auch räumlich. Die Charité akzeptiert ab WS 2027/28 ausschließlich TMSnat-Ergebnisse, ohne Übergangsfrist. Hamburg vergibt im WS 2027/28 voraussichtlich nur noch 20 % der AdH-Plätze in einer eigenen Unterquote über den alten Test (dort den HAM-Nat, nicht den TMS) und 80 % über den TMSnat, und die Medizinische Universität Lausitz teilt ihre Plätze zwischen beiden Tests auf. Weil jede Fakultät das einzeln in ihrer Auswahlsatzung regelt, führen wir die Regelungen in unserer Übergangsregelung für TMS und HAM-Nat an einer Stelle zusammen.

Zwar zählt zum Sommersemester 2027 nur das TMS-Ergebnis, es beteiligt sich jedoch auch nur ein Teil der Fakultäten an der Vergabe, Tiermedizin gar nicht. Für die meisten TMS-Teilnehmer:innen läuft es auf das Wintersemester 2027/28 hinaus und damit gilt die Schwierigkeit der Übergangsphase auch für sie.

 
 

Der TMSnat ist kein zweiter TMS

 
Die naheliegende Reaktion lautet: gut, dann schreibe ich den TMSnat eben auch, drei Wochen vorher zurück in den Trainingsmodus. Wer so plant, unterschätzt, wie weit der neue Test vom alten entfernt ist.

Gestrichen wurden Muster zuordnen, Schlauchfiguren und Figuren lernen, also die drei Untertests, in denen wenige Wochen stumpfes Drillen sprunghafte Verbesserungen gebracht haben. Sie flogen raus, weil sie in den Studien zum Auswahlverfahren nichts zur Vorhersage des Studienerfolgs beitrugen.

Dazugekommen sind 40 Naturwissenschaftsfragen in 60 Minuten und 16 Aufgaben Arithmetisches Problemlösen in 25 Minuten, zusammen 56 der insgesamt 156 Punkte. Die Naturwissenschaftsfragen allein stellen mit rund einem Viertel der Punkte den größten Block im Testaufbau.

Diese 40 Fragen prüfen Wissen statt Technik. Abgedeckt wird das "gymnasiale Mittel- und Oberstufenniveau der Fächer Mathematik, Physik, Chemie und Biologie", wobei das Niveau in einigen Themen sogar leicht über das Gymnasialniveau heraus geht und dem Erstsemester-Niveau des Medizinstudiums entspricht. Gegen eine Frage zu Redoxreaktionen, Enzymkinetik oder Optik hilft weder Zeitmanagement noch Ausschlussverfahren, entweder du hast den Stoff gelernt oder nicht. Die Konsequenz ist klar: Der TMSnat benötigt mehr Vorbereitungszeit als der TMS, da der neue große Untertest Naturwissenschaftsfragen dazugekommen ist, der eine intensive und spezifische Vorbereitung benötigt.

 
 

Der größte Block ist auch der trainierbarste

 
Die Untertests unterscheiden sich stark darin, wie gut trainierbar sie überhaupt bringt. Medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis und Textverständnis lassen sich kaum verbessern. Die Naturwissenschaftsfragen sind der am besten trainierbare Untertest von allen, womit der größte Block zugleich der mit dem höchsten Hebel ist. Wer ihn bis März liegen lässt, verschenkt Punkte genau dort, wo die Konkurrenz seit Dezember arbeitet.

Für die Vorbereitung solltest du drei bis fünf Monate bei vier bis sechs Stunden täglich einplanen. Neben Schule, Ausbildung oder Beruf eher vier bis sechs Monate. Zwischen dem letzten TMS und dem ersten TMSnat am 8. und 9. Mai 2027 liegen rund sechs Monate. Ein Start im November oder Dezember ist also perfekt, ein Start im März kostet dich 100 € Gebühr und einen Testtag für ein Ergebnis, mit dem du (wenn du kein massives Vorwissen besitzt und kein außerordentliches Talent für die TMSnat-Inhalte hast) wahrscheinlich nichts anfangen kannst.

 
 

Einschränkung

 
Ein guter Teil der 10.000 Zusatzanmeldungen zum November-TMS könnte aus Kurzentschlossenen bestehen, die mitschreiben, weil es der letzte TMS ist, und nicht, weil sie ein halbes Jahr vorbereitet sind. Diese Gruppe landet unten in der Verteilung und verschiebt keine Grenzwerte. Zulassungsgrenzen hängen außerdem an der Gesamtzahl der Bewerbungen, an den Platzzahlen je Standort und daran, wie sich die Ortspräferenzen verteilen.

Wie stark der Rekordjahrgang durchschlägt, weiß vor der Veröffentlichung der Grenzwerte im Herbst 2027 niemand. Sicher ist, dass die Unsicherheit in diesem Jahrgang größer ausfällt als sonst und in eine Richtung zeigt. Im Zulassungsrechner siehst du, was an deinen Wunschstandorten zuletzt gereicht hätte; lies diese Zahlen als Untergrenze und rechne sicherheitshalber immer ein paar Standardpunkte drauf auf das benötigte Ergebnis.

 
 

Was du jetzt tun solltest

 
Falls du dich für den November-TMS angemeldet hast: durchziehen. Dein Ergebnis zählt bis einschließlich SoSe 2027 überall wie bisher und an einigen Fakultäten auch danach noch. Trag dir jedoch den TMSnat im Mai 2027 trotzdem fest ein. Die Anmeldung läuft vom 2. Februar bis 2. März 2027, die Gebühr beträgt 100 €. Für die Vorbereitung, inbesondere auf den neuen, großen und lernintensiven Bereich der Naturwissenschaften, solltest du dir schon bald einen Überblick verschaffen und am besten zwischen November und Januar mit dem Lernen beginnen - je nachdem, wie viel Vorwissen und Zeit du hast.

Falls du den TMS im November 2026 nicht schreibst: Du hast ab jetzt Zeit, dich auf den neuen TMSnat vorzubereiten. Ab WS 2028/29 zählt an den meisten Fakultäten, die schon eine Regel veröffentlicht haben, ohnehin nur noch der neue Test.

Falls du noch abwägst, ob sich der Aufwand lohnt: Rund 70 % der Studienplätze hängen an einem Testergebnis. Die Details stehen in Muss man den TMSnat schreiben?

 

Unsere Empfehlung für den TMSnat

 
Für die Vorbereitung auf den neuen TMSnat empfehlen wir unsere Lernplattform tmsnatvorbereitung.de. Die Plattform ist aus hamnatvorbereitung.de hervorgegangen und bringt damit über sechs Jahre und mehr als 10.000 Nutzerinnen und Nutzer Erfahrung mit. Zudem hat unser Haupt-Autor Martin selbst Prozentrang 100 im TMS und Platz 1 im HAM-Nat erreicht. Du kannst dir somit sicher sein, eine optimale Vorbereitung auf den Naturwissenschaftsteil und alle anderen Untertests zu erhalten.

Auf der Website findest du ein Online-Lehrbuch mit über 100 Kapiteln zu Mathematik, Physik, Chemie, Biologie & Co, mehr als 1.600 Aufgaben mit ausführlichen Lösungswegen, Karteikarten für das Faktenwissen, strukturierte Lernpläne, einen KI-Tutor für Rückfragen und viele Simulationen. Altes TMS-Trainingsmaterial ist für die Vorbereitung daher höchstens als Ergänzung geeignet, weil der große Wissensteil aus dem HAM-Nat übernommen wird und in alten TMS-Materialien komplett fehlt.

Teure Präsenzkurse brauchst du daneben auch nicht. Gegenüber strukturiertem Selbststudium mit gutem Material bringen sie nach der Studienlage der Testersteller selbst nur sehr wenig. Ein Zugang für die Lernplattform https://tmsnatvorbereitung.de, den du heute kaufst, läuft dagegen bis zum ersten TMSnat-Testtag im Mai 2027 und deckt also den TMS im November und den ersten TMSnat im Mai mit demselben Material und nur einem einzigen Kauf ab. Mit dem Code MEDIRECHNER20 bekommst du dabei zusätzlich 20 € Rabatt auf den Erstkauf eines Vollzugangs (Werbung*).