Prozentrang

Auch: Perzentil, Percentile

Von Malte Kuehl, Betreiber von medirechner
Veröffentlicht am

Ein Prozentrang von 90 heißt: 90 Prozent der Vergleichsgruppe haben gleich gut oder schlechter abgeschnitten, nur 10 Prozent besser. Er sagt nichts darüber, wie viele Aufgaben du gelöst hast, sondern nur, wo du im Feld stehst.

 

Prozentrang im Test

Beim TMSnat bekommst du neben dem Standardwert einen Prozentrang. Laut tmsnat.org gilt ein Prozentrang zwischen 16 und 84 als durchschnittlich, das entspricht einem Standardwert zwischen 90 und 110. Beim TMS wurde der Bereich zwischen 30 und 70 als durchschnittlich bezeichnet. Wichtig: Abstände zwischen Prozenträngen sind nicht gleich groß. Von Prozentrang 50 auf 60 kommst du mit wenigen Punkten mehr, von 95 auf 99 brauchst du deutlich mehr. Deshalb ist für die Bewerbung der Standardwert das zentrale Ergebnis.

 

Prozentrang beim Abitur

Im Auswahlverfahren der Hochschulen geht dein Abitur als Prozentrang ein. hochschulstart berechnet ihn aus deiner Position auf der Bundesliste der Abiturbestenquote und rechnet ihn per Formel in Punkte um. Dadurch bleibt der Länderausgleich erhalten.

 

Beispiel WiSe 2026/27

Im Vergabeverfahren zum WiSe 2026/27 entsprach ein Abitur aus Baden-Württemberg mit 800 Punkten (Note 1,2) einem Prozentrang von 82,4. Mit 823 Punkten (1,0) waren es 89,2, mit 850 Punkten 95,0. Eine knappe 1,0 lag also noch knapp außerhalb des oberen Zehntels.

 

Umrechnen

Wie dein TMS-Testwert als Prozentrang aussieht, rechnest du unter Testwert zu Prozentrang aus, was dein Abitur-Prozentrang an Punkten im AdH bringt, zeigt der Zulassungsrechner.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Prozentrang und Prozent richtig?

Prozent richtig misst, wie viele Aufgaben du gelöst hast. Der Prozentrang misst, wie viele andere du übertroffen hast. Eine feste Umrechnung gibt es nicht: Beim TMSnat wird die Zahl richtiger Antworten per Equating an den Testtermin angepasst und gar nicht erst im Ergebnisbericht ausgewiesen.

Ist ein Prozentrang von 50 schlecht?

Nein, er ist genau durchschnittlich, bezogen auf alle Teilnehmenden. Für die Zulassung reicht das allerdings an kaum einer testlastigen Uni.

Quellen

Artikel zum Thema Prozentrang

Quoten

Abiturbestenquote (ABQ)

Die Abiturbestenquote vergibt 30 Prozent der Studienplätze in Medizin und Zahnmedizin allein nach der Punktzahl im Abitur. Gerankt wirst du zuerst auf der Landesliste deines Abiturbundeslandes, erst danach werden die Landeslisten zu einer Bundesliste zusammengeführt.

Quoten

Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH)

Im Auswahlverfahren der Hochschulen vergibt jede Uni 60 Prozent ihrer Studienplätze nach eigenen Kriterien. Meist zählen Abiturnote und Testergebnis, oft ergänzt um Ausbildung, Dienst oder Auswahlgespräch.

Auswahltests

Standardwert

Der Standardwert ist das zentrale Ergebnis von TMSnat und TMS. Er rechnet deine Punktzahl auf eine Skala mit Mittelwert 100 und Standardabweichung 10 um, sodass Ergebnisse verschiedener Testtermine vergleichbar sind.

Auswahltests

TMSnat

Der TMSnat ist der neue bundesweite Studieneignungstest für Human-, Zahn- und Tiermedizin. Er ersetzt ab Mai 2027 TMS und HAM-Nat, kostet 100 Euro und darf beliebig oft wiederholt werden. Ab WiSe 2027/28 ist er der zentrale Test im Auswahlverfahren.

Auswahltests

TMS (Test für Medizinische Studiengänge)

Der TMS war bis 2026 der meistgenutzte Studieneignungstest für Medizin in Deutschland. Er findet am 7. und 8. November 2026 zum letzten Mal statt und wird ab 2027 durch den TMSnat ersetzt; alte Ergebnisse zählen danach nur noch in einer Übergangsphase.

Quoten

Numerus clausus (NC)

Der Numerus clausus ist keine feste Mindestnote, sondern die Auswahlgrenze, die sich nach Ende eines Vergabeverfahrens aus Bewerberzahl und Studienplätzen ergibt. In Medizin meint man damit meist die Grenze in der Abiturbestenquote.

Auswahltests

Testsimulation (Probetest)

Eine Testsimulation ist ein kompletter Probedurchgang des Medizinertests am Stück, mit offiziellen Zeiten, Mittagspause und Antwortbogen. Für den TMSnat sind das 298 Minuten Netto-Testzeit plus 60 Minuten Pause, sinnvoll sind zwei bis vier Simulationen in der zweiten Hälfte der Vorbereitung.