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Wie viele Punkte brauche ich mehr im TMSnat, wenn ich kein FSJ, keinen Dienst, etc. habe?

Von Malte Kuehl, Betreiber von medirechner
Veröffentlicht am
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In diesem Artikel möchte ich euch kurz zeigen, wie ihr ausrechnen könnt, ob ein Faktor wie ein FSJ in einer Quote eher ein "must have" oder ein "nice to have" ist. Dieser Prozess ist mehrschrittig, aber eigentlich leicht zu verstehen.

Must have-Situation: SJT in Hamburg im WiSe 27/28

Nehmen wir mal das Beispiel der Zulassung für Humanmedizin in Hamburg. Im Wintersemester 27/28 zählt in der TMSnat-Unterquote das Abi 40 Punkte, der TMSnat 40 Punkte TMSnat und der HAM-SJT 20 Punkte. Gehen wir mal davon aus, dass das Abi schon fest steht.

Häufig bekommen wir in dieser Situation dann die Frage: Muss man den SJT schreiben? Oder verbessert er nur die Chancen? Hierfür rechne ich am liebsten aus, wie vielen TMSnat-Punkten und insbesondere wie vielen richtigen Aufgaben im TMSnat die SJT-Punktzahl maximal entsprechen würde. Dadurch kann man ein gutes Gefühl dafür kriegen, wie groß der Impact ist.

Anhand der Punktzahl in der AdH-Wertung sieht man schon, dass der SJT insgesamt 50% so viel zählt wie der TMSnat. Die minimale TMSnat-Punktzahl sind 70 Punkte, die maximale sind 130. Da 70 wie null gezählt werden, ergibt sich quasi eine erreichbare Range von 0 - 60 Punkten, wenn man immer 70 abzieht.

Zählt also der SJT halb so viel wie der TMSnat, entspricht er quasi 30 Punkten mehr im TMSnat. Wenn wir uns jetzt erinnern, dass der durchschnittliche Standardwert im TMSnat 100 ist und der bestmögliche erreichbare 130, fällt auf: Der SJT macht genau so viel aus wie der Unterschied zwischen dem allerbesten möglichen TMSnat-Ergebnis und dem durchschnittlichen Ergebnis. Somit ist er quasi Pflicht, denn auch mit einem sehr guten Abi hat man mit einem durchschnittlichen TMS-Ergebnis an vielen Unis nur geringe Chancen. Dies könnt ihr im Zulassungsrechner ausprobieren.

Nice to have-Situation: FSJ in Hamburg im Wintersemester 28/29

Anders wird es ein Jahr später in Hamburg: Der SJT fällt weg und stattdessen zählt ein FSJ (Freiwilligendienst). Allerdings mit ganz anderer Gewichtung: 40 Punkte fürs Abitur, 55 Punkte für den TMSnat, 5 Punkte für Dienst oder Ehrenamt.

Auf den ersten Blick sieht man schon, dass ein FSJ also nur 1/11 so viel zählt wie der TMSnat. Eine ganz andere Situation als die 50%, die der SJT zählte.

Was die TMSnat-Punktzahl angeht, können wir wieder rechnen: 60 mögliche Punkte im TMSnat (nach Abzug der konstanten 70) * 1/11 = ca. 5.5 Punkte. Seien wir mal großzügig und runden es auf 6 auf. Dann sehen wir: ein FSJ macht ungefähr so viel aus wie der Unterschied zwischen 100 und 106 oder zwischen 114 und 120 Punkten.

Was das als Prozentrang bedeutet, könnt ihr über unseren Testwert-zu-Prozentrang-Rechner ausrechnen. 100 Punkte entsprechen einem Prozentrang von 50, 106 Punkte einem Prozentrang von 73. Aber nah an den 100 ändert sich dies auch am schnellsten. 114 Punkte entsprechen z.B. einem Prozentrang von 92, 120 Punkte einem Prozentrang von 98. Etwa so einen Unterschied macht ein FSJ dann auch.

Hieran sieht man: Es ist schon relevant, aber mit einem sehr guten Ergebnis kann man auch ohne FSJ ziemlich sicher in Hamburg studieren. Man muss nur auf die beste TMSnat-Vorbereitung setzen.

Wie vielen richtigen Aufgaben im TMSnat entspricht das ganze?

Um zu wissen, wie vielen richtigen Aufgaben diese Unterschiede entsprechen, könnt ihr unseren TMSnat-Punkterechner benutzen. Zwar gibt es noch keine offiziellen Zahlen zum TMSnat, da dieser noch nie durchgeführt wurde, aber anhand eines statistischen Modells können wir eine ungefähre Prognose vornehmen. Um einen Prozentrang von 120, wie oben im Beispiel, zu erreichen, benötigt man ca. 126 von 156 richtige Aufgaben.

Wenn man 10 Punkte im sehr gut trainierbaren Untertest für naturwissenschaftliche Kenntnisse abzieht, kommt man auf 116 von 156 richtige Aufgaben und einen Prozentrang von 92.

Hieran könnt ihr sehen: Ein FSJ im Wintersemester 28/29 in Hamburg entspricht bei guten Testteilnehmenden ca. 10 richtigen Nat-Aufgaben mehr. Ich persönlich würde also meine Zeit also lieber in das lernen der Nat-Aufgaben statt in ein FSJ investieren - zumindest mit Blick auf Hamburg (an anderen Unis zählt ein FSJ teilweise deutlich mehr und kann sich sehr lohnen).

Fazit

Auch, wenn wir hier nur zwei Beispiele aus Hamburg durchgegangen sind, konntet ihr hoffentlich sehen, wie man solche Fragen generell angeht und mit Hilfe unserer Tools beantworten kann. Frohes Rechnen und viel Erfolg bei der Bewerbung!