Freiwilligendienst

Auch: FSJ, BFD, Bundesfreiwilligendienst, Freiwilliges Soziales Jahr, anerkannter Dienst, Wehrdienst

Von Malte Kuehl, Betreiber von medirechner
Veröffentlicht am

Als Dienst gelten unter anderem Freiwilliges Soziales Jahr, Bundesfreiwilligendienst und freiwilliger Wehrdienst, außerdem ein fachnahes Ehrenamt. Damit eine Uni den Dienst in AdH oder ZEQ wertet, muss er in einem fachnahen Bereich stattgefunden haben, etwa im Krankenhaus, Rettungsdienst oder in der Pflege, und bis zum Stichtag mindestens 11 Monate gedauert haben. Für ein Ehrenamt verlangt hochschulstart 24 Monate.

 

Wie viel er bringt

Zum WiSe 2026/27 werteten 31 von 42 Medizin-Standorten einen Dienst, meist mit 2 bis 10 Prozent der Punkte. Es gibt Ausreißer: Dresden gab in seiner größten AdH-Unterquote 50 von 100 Punkten für einen Dienst, Duisburg-Essen in der ZEQ 30, Oldenburg in der ZEQ 25, die Charité im AdH und Jena in der ZEQ je 20. An den meisten Unis ist ein Dienst aber eine Ergänzung zum Test, kein Ersatz.

 

Neu in Hamburg

Hamburg, das zum WiSe 2026/27 in Medizin keinen Dienst wertete, plant laut Auswahltestzentrale (Stand 29.06.2026, Satzung ausstehend) ab WiSe 2028/29 einen Freiwilligendienst einzubeziehen: 5 Punkte im AdH und 5 Punkte in der ZEQ, neben 55 beziehungsweise 95 Punkten TMSnat.

 

Zwei weitere Effekte

In der Abiturbestenquote entscheidet ein Dienst bei gleicher Punktzahl vor dem Los; dafür genügen 6 Monate bis Studienbeginn. Wer einen Studienplatz erhalten hat und ihn wegen eines Dienstes nicht antreten konnte, kann eine Vorwegzulassung beantragen. Wo dein Dienst die meisten Punkte bringt, zeigt der Zulassungsrechner.

Häufig gestellte Fragen

Zählt ein Dienst, der erst im August endet?

Ja, wenn bis zum Stichtag genug abgeleistet ist. Für ein Wintersemester müssen bis 31. Juli mindestens 11 Monate erreicht sein, die Bescheinigung darf das voraussichtliche Ende nennen. Nachweise müssen bis 20. Juli bei hochschulstart sein.

Zählen zwei Dienste doppelt?

Nein. Auch wenn du zum Beispiel ein FSJ und später einen weiteren Dienst gemacht hast, gibt es Punkte nur für einen davon.

Quellen

Artikel zum Thema Freiwilligendienst

Quoten

Abiturbestenquote (ABQ)

Die Abiturbestenquote vergibt 30 Prozent der Studienplätze in Medizin und Zahnmedizin allein nach der Punktzahl im Abitur. Gerankt wirst du zuerst auf der Landesliste deines Abiturbundeslandes, erst danach werden die Landeslisten zu einer Bundesliste zusammengeführt.

Quoten

Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH)

Im Auswahlverfahren der Hochschulen vergibt jede Uni 60 Prozent ihrer Studienplätze nach eigenen Kriterien. Meist zählen Abiturnote und Testergebnis, oft ergänzt um Ausbildung, Dienst oder Auswahlgespräch.

Quoten

Berufsausbildung (anerkannt)

Eine abgeschlossene Ausbildung in einem anerkannten Gesundheits- oder Laborberuf bringt in AdH und ZEQ an fast allen Medizin-Standorten Punkte. Welche Berufe zählen, legen die Vergabeverordnungen der Länder einheitlich fest.

Quoten

Bonuspunkte

Bonuspunkte ist ein umgangssprachlicher Begriff für Punkte, die du in AdH oder ZEQ zusätzlich zu Abitur und Test für Ausbildung, Dienst, Preise oder Interviews bekommst. Einen offiziellen Bonus im Sinne eines Notenaufschlags gibt es nicht.

Quoten

Landarztquote

Über die Landarztquote vergeben elf Bundesländer Medizinstudienplätze an Bewerber:innen, die sich verpflichten, nach der Facharztweiterbildung mindestens zehn Jahre hausärztlich in einer unterversorgten Region des Landes zu arbeiten. Die Abiturnote spielt dabei eine untergeordnete Rolle.

Quoten

Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ)

Die Zusätzliche Eignungsquote vergibt 10 Prozent der Studienplätze ohne jede Berücksichtigung der Abiturnote. Es zählen nur notenunabhängige Kriterien wie Testergebnis, Berufsausbildung oder Dienst.

Quoten

Preise in Wettbewerben

Preise in bestimmten bundesweiten Wettbewerben wie Jugend forscht oder den Auswahlwettbewerben der Wissenschaftsolympiaden bringen an einigen Unis Punkte in AdH oder ZEQ. Regionale Preise zählen nicht.

Quoten

Sanitätsoffizieranwärter (Bundeswehr)

Die Bundeswehr bildet ihre Ärzt:innen und Zahnärzt:innen an zivilen Universitäten aus und erhält dafür eine eigene Vorabquote. Wer über die Bundeswehr Humanmedizin studiert, verpflichtet sich für 17 Jahre als Soldat:in.