Landarztquote
Auch: LAQ, Landarzt-Quote, Landarztgesetz, Landkinderarztquote, Landzahnarztquote
Die Landarztquote ist eine Vorabquote: Die Plätze werden vor den Hauptquoten abgezogen und über ein eigenes Landesverfahren vergeben. Laut hochschulstart gibt es sie in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Für Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein nennt hochschulstart keine Landarztquote.
Wie ausgewählt wird
Das Verfahren ist meist zweistufig. In Bayern bringen in der ersten Stufe das TMS-Ergebnis, eine Ausbildung in einem Gesundheitsberuf und ein Freiwilligendienst oder Ehrenamt Punkte. In der zweiten Stufe folgen strukturierte Gespräche, in Bayern vier Mini-Interviews à fünf Minuten und ein zehnminütiges Einzelgespräch. Wer nur ein gutes Abitur mitbringt, hat in diesem Verfahren wenig Chancen.
Beispiel Bayern, WiSe 2026/27
Bayern reserviert 8 Prozent seiner Medizinplätze für die Landarztquote. 2026 wurden darüber 182 Plätze vergeben. Die Auswahlgespräche für das WiSe 2027/28 sind am 24. April, 8. Mai und 15. Mai 2027 in Erlangen geplant; der 8. Mai ist zugleich der erste Testtag des TMSnat. Die Verpflichtung: Nach dem Studium eine hausärztliche Weiterbildung (Allgemeinmedizin, Innere Medizin, seit WiSe 2025/26 auch Kinder- und Jugendmedizin), danach mindestens zehn Jahre Tätigkeit in einer unterversorgten Region. Wer aussteigt, zahlt 250.000 Euro Vertragsstrafe.
Die Varianten
Rheinland-Pfalz hat eine Landkinderarztquote. Für Zahnmedizin gibt es eine Landzahnarztquote in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Unsere Einordnung
Studium, Weiterbildung und Verpflichtung binden dich zusammen über 20 Jahre. Die Quote passt zu dir, wenn du ohnehin hausärztlich auf dem Land arbeiten willst, nicht als Abkürzung zum Studienplatz. Länderdetails und Fristen stehen im Ratgeber zur Landarztquote und unter Fristen.



