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Das Medizinstudium steht vor der Tür, und du fragst dich, was du eigentlich alles anschaffen musst? Wir kennen das Gefühl. Vor unserem Studienstart in Hamburg haben wir stundenlang Listen gewälzt und uns gefragt, ob wir wirklich ein Stethoskop für 200 Euro brauchen oder ob das günstige Modell reicht.
Die kurze Antwort: Weniger ist mehr. Vieles, was dir am Anfang unverzichtbar erscheint, brauchst du erst viel später oder gar nicht. Hier erfährst du, was wirklich auf deine Einkaufsliste gehört, wann du es brauchst und wo du sinnvoll sparen kannst.
Der Anatomiekurs, liebevoll "Präpkurs" genannt, ist für viele der erste echte Kontakt mit dem Medizinstudium. Hier arbeitest du an echten Körperspendern und lernst die menschliche Anatomie hautnah kennen. Dafür brauchst du ein paar essenzielle Dinge.
Ein gutes Präparierbesteck ist unverzichtbar. Es enthält typischerweise Skalpelle oder Skalpellhalter mit Wechselklingen, verschiedene Pinzetten, Scheren, Sonden und Präpariernadeln.
Die Kosten liegen je nach Ausstattung zwischen 20 und 50 Euro. Für das Medizinstudium reichen Sets im unteren bis mittleren Preissegment vollkommen aus. Achte darauf, dass die Instrumente aus rostfreiem Edelstahl gefertigt sind.
Ein wichtiger Tipp: Erkundige dich vor dem Kauf bei deiner Fachschaft oder dem anatomischen Institut, welche Anforderungen an deiner Uni gelten. Manche Universitäten schreiben bestimmte Skalpellsysteme vor, andere erlauben nur Festklingen statt Wechselklingen. Es wäre ärgerlich, das falsche Set zu kaufen.
Viele Fachschaften organisieren Sammelbestellungen zu reduzierten Preisen. Das spart nicht nur Geld, sondern stellt auch sicher, dass du genau das bekommst, was an deiner Uni gefordert wird.
Für den Präpkurs benötigst du einen weißen Laborkittel aus 100 Prozent Baumwolle. Das Material ist wichtig, weil Baumwolle bei hohen Temperaturen gewaschen werden kann. Nach einem Tag im Präpsaal wirst du verstehen, warum das relevant ist.
Ein einfacher Baumwollkittel kostet zwischen 15 und 30 Euro. Kaufe ruhig zwei, damit du immer einen sauberen zur Hand hast, wenn der andere in der Wäsche ist.
Einmalhandschuhe werden in der Regel vom Institut gestellt. Gleiches gilt oft für Schutzbrillen und Ärmelschoner. Frag vorher nach, was du selbst mitbringen musst.
Manche Studierende schwören auf eine alte, robuste Uhr für den Präpkurs, die den Kontakt mit Formalin übersteht. Deine Apple Watch oder teure Armbanduhr solltest du besser zu Hause lassen.
Hier machen viele Erstsemester den Fehler, zu früh zu viel zu kaufen. Die Wahrheit ist: Das meiste diagnostische Zubehör brauchst du erst ab dem klinischen Studienabschnitt, also frühestens nach dem Physikum.
Ein Stethoskop gehört zum Arztberuf wie der weiße Kittel. Aber: Du brauchst es nicht am ersten Tag.
In der Vorklinik hast du vereinzelt Untersuchungskurse, in denen ein einfaches Stethoskop ausreicht. Gute Einsteigermodelle gibt es bereits ab 30 bis 50 Euro. Sie erfüllen ihren Zweck vollkommen und liefern eine ordentliche Akustik.
Die Frage nach dem teuren Markenmodell stellt sich erst im klinischen Abschnitt, wenn du regelmäßig Patienten untersuchst. Dann kann sich die Investition in ein hochwertiges Gerät lohnen, weil du damit feinere Unterschiede in Herz- und Lungengeräuschen hörst. Aber selbst dann gilt: Ein Stethoskop für 80 bis 120 Euro reicht für die allermeisten Zwecke aus. Die Modelle jenseits der 200 Euro sind eher etwas für spezialisierte Fachärzte.
Ein Tipp aus unserer Erfahrung: Probiere verschiedene Modelle aus, bevor du kaufst. Einige Kommilitonen bevorzugen Einzelschlauch-Stethoskope, andere Doppelschlauch-Varianten. Achte darauf, dass sich Ohroliven und Membran austauschen lassen.
Für die klinischen Untersuchungskurse und später das praktische Jahr brauchst du einen kleinen Satz diagnostischer Instrumente: einen Reflexhammer zur Prüfung von Reflexen, eine Diagnostiklampe zur Untersuchung von Pupillen, Rachen und Ohren, einen Venenstauer für Blutentnahmen und ein EKG-Lineal zur Auswertung von Elektrokardiogrammen.
Diese Instrumente gibt es häufig als Set, was günstiger ist als der Einzelkauf. Ein Basis-Set kostet zwischen 20 und 40 Euro.
Spezialgeräte wie Ophthalmoskope oder Otoskope brauchst du während des Studiums in der Regel nicht. Diese Instrumente sind teuer und werden nur von Augen- und HNO-Ärzten regelmäßig eingesetzt. In den entsprechenden Kursen werden sie gestellt.
Ab dem klinischen Abschnitt brauchst du einen Kittel für Visiten und Untersuchungskurse. Viele Kliniken stellen Kittel über Kleiderautomaten zur Verfügung. Erkundige dich, bevor du kaufst.
Die Buchfrage spaltet Medizinstudierende wie kaum eine andere. Manche schwören auf das physische Buch, andere lernen komplett digital. Beide Wege funktionieren.
Die klassischen Anatomie-, Physiologie- und Biochemie-Lehrbücher kosten schnell zwischen 50 und 100 Euro pro Stück. Bei drei bis vier großen Werken plus diversen Atlanten kommen leicht mehrere hundert Euro zusammen.
Unser Rat: Kaufe nicht alles auf Vorrat. Warte ab, welche Bücher in den Vorlesungen empfohlen werden und wie dein persönlicher Lernstil aussieht. Manche Studierende kommen mit einem einzigen guten Atlas und digitalen Ressourcen durch die gesamte Vorklinik.
Für die Anatomie empfehlen wir, einen Anatomieatlas zu besitzen, sei es als Buch oder digital. Welcher der richtige ist, hängt von deinen Vorlieben ab. Die einen mögen detailreiche Zeichnungen, die anderen bevorzugen fotografische Darstellungen. Schau dir verschiedene Exemplare in der Bibliothek an, bevor du dich entscheidest.
Auch die Universitätsbibliotheken haben häufig viele Lehrbücher in ihrer Sammlung. Aber Vorsicht: Manchmal muss man schnell sein, also schiebe es lieber nicht auf die lange Bank, wenn du weißt, was du brauchst!
Lehrbücher verlieren nach wenigen Semestern massiv an Wert, obwohl sich inhaltlich oft kaum etwas ändert. Nutze Kleinanzeigenportale, Facebook-Gruppen deiner Fachschaft oder das Schwarze Brett an der Uni, um gebrauchte Bücher zu finden. Du sparst locker 50 Prozent und mehr.
Viele Universitäten bieten über ihre Bibliotheken Zugang zu digitalen Lehrbüchern und Lernplattformen. Prüfe, welche Ressourcen dir kostenlos zur Verfügung stehen, bevor du Geld ausgibst.
Das Medizinstudium hat sich in den letzten Jahren stark digitalisiert. Ein Großteil der Studierenden arbeitet heute mit Tablets und digitalen Lerntools.
Ein Tablet ist im Medizinstudium kein Muss, aber für viele ein echter Gamechanger. Die Vorteile liegen auf der Hand: Du hast alle Vorlesungsskripte, Notizen und Lernmaterialien an einem Ort. Du kannst PDFs direkt beschriften und mit handschriftlichen Notizen ergänzen. Du sparst Papier und Druckkosten. Du hast Zugriff auf Lern-Apps und kannst überall lernen.
Falls du dich für ein Tablet entscheidest, achte auf ausreichend Speicherplatz. 64 GB können knapp werden, 128 GB oder mehr sind komfortabler. Ein Eingabestift ist für handschriftliche Notizen fast unverzichtbar.
Wichtig: Die meisten medizinischen Lern-Apps sind primär für iOS verfügbar. Falls dir das wichtig ist, spricht das für ein iPad. Für grundlegende Funktionen wie PDF-Bearbeitung und Notizen reichen aber auch Android-Tablets.
Das Angebot an Lern-Apps für Medizinstudierende ist riesig. Hier die wichtigsten Kategorien:
Karteikarten-Apps arbeiten nach dem Prinzip des Spaced Repetition, bei dem Inhalte in wachsenden Zeitabständen wiederholt werden. Das Gehirn prägt sich Wissen so besser ein als beim stupiden Durchlesen von Zusammenfassungen. Viele Studierende erstellen eigene Karteikarten oder nutzen vorgefertigte Decks, die andere Studierende geteilt haben.
Kreuz- und Lernplattformen bieten strukturierte Inhalte zu allen Fächern und die Möglichkeit, alte Prüfungsfragen zu üben. Manche Universitäten bieten Campuslizenzen an, sodass du kostenlos Zugang erhältst.
Anatomie-Apps mit 3D-Modellen helfen, räumliche Strukturen besser zu verstehen. Sie sind eine gute Ergänzung zum Atlas, ersetzen aber nicht das Lernen am echten Präparat.
Eine gute App zum Beschriften und Organisieren von PDFs ist im digitalen Studium Gold wert. Du importierst Vorlesungsskripte und kannst direkt darauf schreiben, markieren und ergänzen. Für iOS sind verschiedene etablierte Notiz-Apps verfügbar, für Android gibt es ebenfalls gute Alternativen.
An vielen medizinischen Fakultäten gibt es studentische Einkaufsgemeinschaften, oft mit Kürzeln wie SEG-Med. Diese kaufen medizinisches Zubehör in großen Stückzahlen ein und geben es ohne Gewinnabsicht an Studierende weiter.
Die Preise liegen oft deutlich unter dem regulären Handel. Es lohnt sich, bei deiner Fachschaft nachzufragen, ob es so etwas an deiner Uni gibt.
Zum Schluss noch eine kurze Liste von Dingen, die dir vielleicht jemand andrehen will, die du aber definitiv nicht brauchst:
Bevor du dir überhaupt Gedanken über Präparierbesteck machen kannst, musst du erst einmal einen Studienplatz bekommen. Falls dein Abiturschnitt nicht für die Abiturbestenquote reicht, kann der HAM-Nat (Hamburger Naturwissenschaftstest) eine realistische Alternative sein.
Der HAM-Nat wird zwar nur von Hamburg und Magdeburg als Auswahlkriterium verwendet, testet aber grundlegende naturwissenschaftliche Kenntnisse und logisches Denken. Mit gezielter Vorbereitung lassen sich die Ergebnisse deutlich verbessern.
Und hier schließt sich der Kreis: Ein gutes HAM-Nat-Ergebnis bringt dich nach Hamburg oder Magdeburg. Von dort aus kannst du per Studienplatztausch theoretisch an jede andere deutsche Universität wechseln. Der HAM-Nat ist damit nicht nur ein Tor nach Norddeutschland, sondern potenziell dein Einstieg ins deutsche Medizinstudium überhaupt.
Falls du dich für diese Route interessierst, findest du auf hamnatvorbereitung.de umfassende Materialien und Tipps zur Testvorbereitung.
Das wichtigste Zubehör fürs Medizinstudium ist nicht das teuerste. Ein solides Präparierbesteck, ein Baumwollkittel und später ein ordentliches Stethoskop reichen völlig aus. Alles andere ergibt sich mit der Zeit.
Frag deine Fachschaft, welche Anforderungen an deiner Uni gelten. Nutze Sammelbestellungen und kaufe gebraucht, wo es sinnvoll ist. Und lass dich nicht verrückt machen: Die besten Ärzte sind nicht die mit dem teuersten Equipment, sondern die mit dem meisten Wissen und Einfühlungsvermögen.
Wir wünschen dir einen guten Start ins Studium!