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Du hast endlich die Zusage für das Medizinstudium bekommen, aber nicht für deine Traumstadt? Das kennen wir nur zu gut. Als wir damals in Hamburg angefangen haben, ging es einigen Kommilitonen genauso. Die gute Nachricht: Ein Studienplatztausch kann dich doch noch an deine Wunsch-Uni bringen.
In diesem Guide erklären wir dir alles, was du für 2026 wissen musst: von den Voraussetzungen über die Fristen bis hin zu konkreten Strategien, die wirklich funktionieren.
Beim Studienplatztausch wechseln zwei Medizinstudierende ihre Studienplätze untereinander. Für die Universitäten ändert sich dabei im Grunde nur der Name in der Kartei. Du gibst deinen Platz ab, bekommst dafür den Platz deines Tauschpartners und umgekehrt.
Das Besondere daran: Du umgehst das reguläre Bewerbungsverfahren komplett. Kein neuer NC, keine neue Wartezeitberechnung. Du tauschst einfach eins zu eins.
Neben dem klassischen Direkttausch zwischen zwei Personen gibt es auch den sogenannten Ringtausch. Dabei sind drei oder mehr Studierende beteiligt, die reihum ihre Plätze tauschen. Das ist komplexer, erweitert aber deine Möglichkeiten erheblich, wenn du keinen direkten Tauschpartner findest.
Bevor du dich auf die Suche nach einem Tauschpartner machst, solltest du die grundlegenden Bedingungen kennen. Diese gelten bundesweit, auch wenn einzelne Hochschulen zusätzliche Anforderungen haben können.
Beide Tauschpartner müssen regulär immatrikuliert sein. Ein eingeklagter oder vorläufiger Studienplatz lässt sich nicht tauschen. Ebenso ausgeschlossen sind Teilstudienplätze, die nur für die Vorklinik gelten.
Ihr müsst im gleichen Studiengang eingeschrieben sein. Ein Wechsel von Humanmedizin zu Zahnmedizin oder umgekehrt ist über den Studienplatztausch nicht möglich.
Das Fachsemester muss identisch sein. Wer im dritten Semester studiert, kann nur mit jemandem tauschen, der ebenfalls im dritten Semester ist.
Der Leistungsstand sollte vergleichbar sein. Das bedeutet: Ihr solltet ungefähr die gleichen Scheine und Prüfungen absolviert haben. Manche Unis verlangen sogar Scheingleichheit, also identische bestandene Fächer.
Eine häufig gestellte Frage: Muss man über dieselbe Quote zugelassen worden sein, um tauschen zu können?
Die Antwort: Es kommt darauf an. Beim Tausch zum ersten Semester verlangen einige Hochschulen, dass beide Tauschpartner über dieselbe Quote zugelassen wurden (Abiturbestenquote, ZEQ oder AdH). Andere Universitäten wie Hamburg, München (LMU) oder Tübingen sehen das entspannter und lassen auch Tausche zwischen unterschiedlichen Quoten zu.
Ab dem zweiten Semester spielt die ursprüngliche Zulassungsquote an den meisten Hochschulen keine Rolle mehr. Hier zählt nur noch das Fachsemester und der vergleichbare Leistungsstand.
Da die Regelungen von Universität zu Universität variieren, gilt: Informiere dich immer direkt bei den Studierendensekretariaten beider beteiligten Hochschulen. Die offiziellen Webseiten der Unis sind hier die zuverlässigste Quelle.
Eine der häufigsten Stolperfallen: Viele Hochschulen haben den Tausch vor Studienbeginn oder zum ersten Semester stark eingeschränkt oder komplett untersagt. Der Hintergrund: In der Vergangenheit wurden Studienplätze teilweise gegen Geld gehandelt. Die Unis wollen das unterbinden.
Auch hier gilt: Die konkreten Regelungen ändern sich regelmäßig. Prüfe vor jedem Tauschversuch die aktuellen Bestimmungen auf den Webseiten der jeweiligen Hochschulen. Manche Unis erlauben den Tausch zum ersten Semester nur bei nachgewiesenen Härtefällen, andere schließen ihn grundsätzlich aus.
Ein Punkt, den viele unterschätzen: Der Wechsel zwischen Modell- und Regelstudiengang ist nur eingeschränkt möglich.
In Hamburg beispielsweise studiert man im Modellstudiengang. Der Aufbau unterscheidet sich deutlich vom klassischen Regelstudiengang. Wer von einem Regelstudiengang nach Hamburg wechseln möchte, muss eine Freiwilligkeitserklärung zur Teilnahme am Modellstudiengang unterschreiben.
Generell gilt: Der Wechsel zwischen den Studiengangstypen ist meist nur zum ersten Semester oder direkt nach dem Physikum sinnvoll. Zu anderen Zeitpunkten droht Zeitverlust, weil Leistungen nicht vollständig anerkannt werden.
Informiere dich vor dem Tausch unbedingt, welchen Studiengangstyp deine Ziel-Uni anbietet und welche Konsequenzen ein Wechsel für deine Studienzeit haben könnte.
Aus unserer Erfahrung und den Zahlen der großen Tauschbörsen kristallisieren sich zwei optimale Zeitpunkte heraus.
Wenn deine Wunsch-Uni es erlaubt und du einen passenden Partner findest, ist der Tausch vor Studienbeginn ideal. Du startest direkt am richtigen Ort, baust dort dein Netzwerk auf und musst dich nicht zweimal einleben.
Der Nachteil: Die Fristen sind extrem knapp. Ein Tausch nach Semesterbeginn (1. Oktober bzw. 1. April) ist nicht mehr möglich.
Der mit Abstand beliebteste Tauschzeitpunkt ist der Übergang vom vorklinischen in den klinischen Studienabschnitt. Nach dem bestandenen Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung haben alle Studierenden den gleichen Leistungsstand. Das macht die Suche nach einem passenden Partner deutlich einfacher.
Etwa 30 bis 50 Prozent aller Tauschangebote beziehen sich auf das erste klinische Semester. Die Chancen stehen also gut, jemanden zu finden.
Ein Tausch zwischen dem zweiten und vierten Semester ist möglich, aber komplizierter. Die Unis haben unterschiedliche Lehrpläne und verteilen die vorklinischen Fächer anders über die Semester. Scheingleichheit ist schwerer zu erreichen, und nicht immer werden alle Leistungen anerkannt.
Je früher du in der Vorklinik wechselst, desto geringer ist das Risiko für Zeitverlust. Ab dem dritten Semester wird es zunehmend schwierig.
Die Fristen variieren je nach Hochschule, aber es gibt Orientierungswerte, an denen du dich orientieren kannst.
Für einen Tausch zum Sommersemester 2026 liegt die Frist typischerweise Ende März, oft am 31. März oder beim Vorlesungsbeginn. Bei manchen Unis ist der Stichtag bereits der 1. April.
Für das Wintersemester 2026/27 endet die Frist meist Ende September, häufig am 30. September oder ebenfalls zu Vorlesungsbeginn.
Beachte: Die Bearbeitung eines Tauschantrags kann zwei bis acht Wochen dauern. Fang also frühzeitig an und prüfe die exakten Termine auf den offiziellen Webseiten der jeweiligen Hochschulen.
Die Suche ist oft der zeitaufwendigste Teil. Nutze mehrere Kanäle parallel:
Es gibt verschiedene spezialisierte Tauschbörsen im Internet, die sich auf Medizinstudiengänge konzentrieren. Manche sind kostenlos, andere erheben eine kleine Gebühr für erweiterte Funktionen oder Beratung.
Auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken existieren große Gruppen zum Thema Studienplatztausch mit zehntausenden Mitgliedern. Der Vorteil: Du bekommst einen ersten Eindruck von potenziellen Tauschpartnern über deren Profil.
Vergiss auch die analogen Wege nicht: Schwarze Bretter an der Uni, Fachschaften und das persönliche Netzwerk können ebenfalls zum Erfolg führen.
Wenn du jemanden gefunden hast, der passt, nimm zeitnah Kontakt auf. Attraktive Tauschangebote sind schnell vergeben.
Aus eigener Erfahrung empfehlen wir: Lerne deinen Tauschpartner persönlich kennen, zumindest per Videocall. Du musst sicher sein, dass die andere Person den Tausch genauso ernst nimmt wie du. Ein Absprung in letzter Minute kann dich den Studienplatz kosten.
Kläre dabei folgende Fragen: Warum möchte die Person wechseln? Ist der Grund stabil oder könnte sich die Meinung in ein paar Wochen ändern? Hat sie alle nötigen Scheine? Versteht sie den Prozess?
Bevor ihr Anträge stellt, kontaktiert die Studierendensekretariate beider Unis. Jede Hochschule hat eigene Formulare, Anforderungen und Abläufe.
Manche Unis verlangen, dass das Formular der jeweils anderen Hochschule bereits bewilligt ist, bevor sie den eigenen Antrag bearbeiten. Plant diese Abfolge ein.
Fragt auch nach, welche Dokumente ihr benötigt. Typischerweise gehören dazu: Immatrikulationsbescheinigung, Leistungsübersicht, Zulassungsbescheid, bei Wechsel nach dem Physikum das Zeugnis oder eine Vorabbescheinigung, und bei Modellstudiengängen oft eine Freiwilligkeitserklärung.
Füllt die Antragsformulare gemeinsam aus. Alle Beteiligten müssen unterschreiben. Die meisten Unis verlangen handschriftliche Unterschriften im Original.
Sendet die Unterlagen fristgerecht ein, entweder per Post oder per Mail (je nach Hochschule). Bewahrt Kopien und Sendungsnachweise auf.
Beide Hochschulen prüfen den Antrag unabhängig voneinander. Erst wenn beide zustimmen, ist der Tausch genehmigt.
Wichtig: Meldet euch parallel für das kommende Semester an eurer aktuellen Uni zurück. Zahlt den Semesterbeitrag. Falls der Tausch nicht klappt, seid ihr abgesichert. Bei erfolgreichem Tausch werden bereits gezahlte Beiträge erstattet.
Nach der Genehmigung exmatrikuliert ihr euch an eurer alten Uni und immatrikuliert euch an der neuen. Die Reihenfolge ist wichtig: Wartet mit der Exmatrikulation, bis ihr sicher seid, dass der Tausch vollzogen wird.
Findest du niemanden, der direkt an deine Uni möchte, bleibt der Ringtausch als Option.
Ein Beispiel: Du studierst in Marburg und möchtest nach Hamburg. Es gibt niemanden in Hamburg, der nach Marburg will. Aber jemand in Hamburg möchte nach München, und jemand in München möchte nach Marburg. Ihr drei könnt einen Ringtausch organisieren.
Das Prinzip funktioniert auch mit vier oder mehr Personen. Je mehr Beteiligte, desto größer die Auswahl, aber auch das Risiko: Springt eine Person ab, platzt der gesamte Tausch.
Beachte: Nicht alle Universitäten erlauben Ringtausche. Klärt das vorab bei den beteiligten Hochschulen.
Aus den Erfahrungen, die wir im Laufe der Jahre gesammelt haben, hier die häufigsten Stolperfallen:
Zu spät anfangen: Die Suche nach einem Tauschpartner kann Monate dauern. Beginne so früh wie möglich. Wer erst vier Wochen vor Fristende sucht, hat schlechte Karten.
Fristen ignorieren: Ein Tag zu spät eingereicht bedeutet: Antrag abgelehnt. Kalkuliere Postlaufzeiten und Bearbeitungszeiten ein.
Den Tauschpartner nicht persönlich kennen: Ein kurzer Videocall kann dir viel Ärger ersparen. Du merkst schnell, ob jemand zuverlässig wirkt.
Ohne Absicherung exmatrikulieren: Exmatrikuliere dich erst, wenn die Genehmigung beider Unis vorliegt und dein Tauschpartner dasselbe getan hat. Sonst stehst du ohne Studienplatz da.
Leistungsunterschiede unterschätzen: Prüfe genau, ob eure Scheine vergleichbar sind. Manche Unis verlangen einen hohen Grad an Übereinstimmung.
Modell- und Regelstudiengang verwechseln: Ein Wechsel zwischen den Studiengangstypen kann dein Studium verlängern. Informiere dich vorher.
Ein Aspekt, den viele nicht auf dem Schirm haben: Der HAM-Nat (Hamburger Naturwissenschaftstest) wird zwar nur von Hamburg und Magdeburg als Auswahlkriterium genutzt, kann aber indirekt den Weg an jede andere deutsche Uni ebnen.
Wie funktioniert das? Wenn du über den HAM-Nat einen Studienplatz in Hamburg oder Magdeburg bekommst, kannst du diesen anschließend per Studienplatztausch gegen einen Platz an deiner Wunsch-Uni eintauschen. Der HAM-Nat ist damit nicht nur ein Weg nach Norddeutschland, sondern potenziell ein Einstiegstor ins gesamte deutsche Medizinstudium.
Gerade wenn dein Abiturschnitt für die Abiturbestenquote nicht reicht und du im AdH-Verfahren schlechte Karten hast, kann der HAM-Nat eine realistische Alternative sein. Er testet naturwissenschaftliches Wissen und logisches Denken, und mit gezielter Vorbereitung lassen sich die Ergebnisse deutlich verbessern.
Wir haben damals selbst erlebt, wie Kommilitonen über diesen Umweg nach Hamburg kamen und später erfolgreich an andere Standorte wechselten. Wenn du dich für diese Strategie interessierst, findest du auf hamnatvorbereitung.de umfassende Materialien und Tipps zur Testvorbereitung.
Ein Studienplatztausch erfordert Planung, Geduld und ein gewisses Organisationstalent. Aber er ist machbar. Jedes Jahr tauschen tausende Medizinstudierende erfolgreich ihren Platz.
Der Schlüssel liegt im frühen Start, der parallelen Nutzung mehrerer Tauschbörsen und der sorgfältigen Vorbereitung aller Unterlagen. Und nicht zuletzt: einem Tauschpartner, dem du vertrauen kannst.
Wir haben es selbst erlebt, wie Kommilitonen durch den Tausch an ihre Wunsch-Uni gekommen sind. Mit der richtigen Strategie klappt das auch bei dir.
Alle Angaben ohne Gewähr. Informiere dich immer aktuell bei den jeweiligen Hochschulen, da sich Regelungen ändern können.