NC Medizin: Auswahlgrenzen 2026/27 nach Uni und Bundesland

Von Malte Kuehl, Betreiber von medirechner
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Auf einen Blick
Einen festen NC für Medizin gibt es nicht. Was oft „NC“ genannt wird, ist die Auswahlgrenze in der Abiturbestenquote. Sie gilt für 30 Prozent der Plätze und hängt von Uni und Abi-Bundesland ab. Im WiSe 2026/27 lag sie zwischen 771 und 879 von 900 Abiturpunkten, also ungefähr zwischen 1,3 und 1,0. Die übrigen Plätze vergeben die Unis nach Testergebnis, Ausbildung oder Dienst, und dort zählt deine Abinote weniger oder gar nicht.

 

Was ist der NC in Medizin wirklich?

Der Numerus clausus bedeutet erst einmal nur: Es gibt weniger Plätze als Bewerbende, also wird ausgewählt. Humanmedizin ist bundesweit zulassungsbeschränkt und wird im Zentralen Verfahren über hochschulstart vergeben. Im WiSe 2026/27 standen dort 10.683 Plätze in 42 Studienangeboten zur Verfügung.

Für diese Plätze gilt seit dem Staatsvertrag über die Hochschulzulassung von 2019 ein Quotenmodell. Vorher hatte das Bundesverfassungsgericht am 19. Dezember 2017 die alte Vergabe für Humanmedizin teilweise für verfassungswidrig erklärt:

  1. Vorabquoten: bis zu 20 Prozent, zum Beispiel für Härtefälle, Zweitstudium, ausländische Bewerbende (soweit sie Deutschen nicht gleichgestellt sind) und Bewerbende, die sich für einen Bereich besonderen öffentlichen Bedarfs verpflichten.
  2. Abiturbestenquote (ABQ): 30 Prozent der restlichen Plätze, vergeben allein nach der Abiturpunktzahl.
  3. Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ): 10 Prozent, vergeben ohne Abinote.
  4. Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH): die übrigen 60 Prozent, vergeben nach Abinote und mindestens zwei schulnotenunabhängigen Kriterien.

Eine Wartezeitquote gibt es in diesem Modell nicht mehr. Wartesemester zählten nur in einer Übergangsregel bis einschließlich WiSe 2021/22.

Wenn jemand vom „NC Medizin“ spricht, meint er fast immer die Auswahlgrenze der ABQ. Für die anderen 70 Prozent der Plätze sagt diese Zahl wenig aus. Dort gibt es eigene Grenzwerte auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten, in die zum Beispiel der Medizinertest einfließt. Ab dem WiSe 2027/28 ist das zunehmend der TMSnat.

 

Warum ist „NC“ ein irreführender Begriff?

Aus drei Gründen:

  • Er ist keine feste Note. Die Grenze ergibt sich erst nach dem Verfahren. Sie ist die Punktzahl der letzten Person, die in dieser Quote noch ein Zulassungsangebot bekommen hat. Bei Gleichstand entscheiden nachrangig ein Dienst und dann das Los.
  • Es gibt nicht einen NC, sondern Hunderte. Jede Uni hat in der ABQ für jedes der 16 Bundesländer einen eigenen Grenzwert. Im WiSe 2026/27 waren das 672 Werte für 42 Studienangebote.
  • Er gilt nur für 30 Prozent der Plätze. In der AdH zählt die Abinote zusammen mit Testergebnis und weiteren Kriterien, in der ZEQ darf sie gar nicht berücksichtigt werden. Eine Ausnahme erlaubt der Staatsvertrag: In Unterquoten mit bis zu 15 Prozent der AdH-Plätze darf das Landesrecht auch nur die Abinote oder nur schulnotenunabhängige Kriterien verwenden. Eine Zulassung „ohne NC“ ist deshalb kein Sonderweg, sondern der Normalfall für den größten Teil der Plätze.

 

Numerus clausus (NC): kurz erklärt

Numerus clausus (NC), lateinisch für „geschlossene Zahl“: die Begrenzung der Zulassungen in einem Studiengang, in dem es mehr Bewerbende als Plätze gibt. Umgangssprachlich heißt so auch der Grenzwert der letzten zugelassenen Person. In Humanmedizin und Zahnmedizin ist das die Auswahlgrenze in der Abiturbestenquote. Sie wird als Abiturpunktzahl auf der 900er-Skala angegeben und gilt je Hochschule und Bundesland, in dem du dein Abitur gemacht hast. Sie steht erst nach dem Verfahren fest und ändert sich jedes Semester. Für die übrigen Quoten (AdH, ZEQ, Vorabquoten) gelten eigene Kriterien, zum Beispiel Testergebnisse oder eine Berufsausbildung. Verwandte Begriffe: Abiturbestenquote, Auswahlgrenze, Grenzrang, Landesquote, Prozentrang.

 

Wie hoch war der NC für Medizin 2026/27?

Im WiSe 2026/27 lagen die ABQ-Auswahlgrenzen für Humanmedizin zwischen 771 und 879 Punkten:

  • Niedrigster Wert: 771 Punkte (Durchschnittsnote 1,3) für die Uni des Saarlandes mit Abitur aus Schleswig-Holstein. Bochum, Magdeburg und Rostock lagen für dieses Land bei 772.
  • Höchster Wert: 879 Punkte (1,0) für Heidelberg mit Abitur aus dem Saarland.
  • Median aller 672 Grenzwerte: 823 Punkte.

Zum Sommersemester 2026 lag der niedrigste Wert bei 753 Punkten (1,4, Gießen mit bayerischem Abitur), allerdings bei nur 11 Studienangeboten.

Ein 1,0 ist dabei keine Garantie. Nach der bundesweit einheitlichen Umrechnung der KMK (Note = 17/3 − Punkte/180, auf eine Nachkommastelle abgeschnitten) entspricht ein 1,0 allen Werten von 823 bis 900 Punkten. Heidelberg verlangte von bayerischen Abiturient:innen 863 Punkte, die Charité 862. Wer mit bayerischem Abitur und 830 Punkten ein 1,0 hatte, kam über die ABQ dort also nicht hinein, an 32 der 42 Studienangebote aber schon.

Abiturbestenquote WiSe 26/27 in Zahlen

Niedrigste Grenze
771 Punkte
Note 1,3, Homburg (Saarland) mit Abitur aus Schleswig-Holstein
Höchste Grenze
879 Punkte
Note 1,0, Heidelberg mit Abitur aus dem Saarland
Median aller Grenzen
823 Punkte
Note 1,0, 672 Grenzwerte für 42 Studienangebote
Studienplätze
10.683
im Zentralen Verfahren zum WiSe 26/27
Median aller ABQ-Grenzen, WintersemesterWiSe 22/23 bis WiSe 26/27
834823WiSe 22/23WiSe 26/27

Punkte von 900, Note nach KMK-Umrechnung.

 

Wie liest du die Tabelle der Auswahlgrenzen?

Auswahlgrenzen der Abiturbestenquote mit Abitur aus Nordrhein-Westfalen, WiSe 24/25 bis WiSe 26/27, in Punkten von 900
Trend
Aachen823(1,0)-16
Augsburg814(1,1)-20
Berlin860(1,0)-2
Bielefeld790(1,2)-37
Bochum789(1,2)-29
Bonn807(1,1)-22
Chemnitz808(1,1)-17
Cottbus812(1,1)––
Dresden816(1,1)-13
Düsseldorf813(1,1)-23
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Auswahlgrenzen in Abiturpunkten (max. 900) mit Abitur aus Nordrhein-Westfalen, in Klammern die Durchschnittsnote nach KMK-Umrechnung. Änderung gegenüber WiSe 25/26 in Punkten; ein Plus heißt, die Grenze ist gestiegen.

So gehst du vor:

  1. Wähle dein Abi-Bundesland. Entscheidend ist das Land, in dem du deine Hochschulzugangsberechtigung erworben hast, nicht dein Wohnort und nicht das Land der Uni.
  2. Lies die Punktzahl, nicht nur die Note. hochschulstart rankt nach der Punktzahl auf der 900er-Skala. Die Note 1,1 umfasst 805 bis 822 Punkte. Zwei Menschen mit derselben Note können also 17 Punkte auseinanderliegen, und genau das entscheidet an der Grenze.
  3. Vergleiche die Semester. Die Spalten zeigen die letzten drei Semester derselben Saison. Eine Uni, die von Jahr zu Jahr um 10 bis 15 Punkte schwankt, ist für die Planung unsicherer als eine mit stabilen Werten. Beispiel LMU München mit bayerischem Abitur: 836, 823 und 838 Punkte (WiSe 24/25 bis 26/27).
  4. Beachte die Saison. Zum Sommersemester lassen nur wenige Unis zu (SoSe 2026: 11 Studienangebote). Die Grenzen dort sind nicht mit dem Wintersemester vergleichbar.
  5. Lies den Wert als Vergangenheit. Die Tabelle zeigt, was im jeweiligen Semester gereicht hat. Für das WiSe 2027/28 gibt es noch keine Grenzen. Sie hängen von der Bewerberlage ab.

Die Grenzen unterscheiden sich zwischen den Unis, weil sich unterschiedlich viele gut platzierte Bewerbende für dieselbe Uni entscheiden. Heidelberg, die Charité und Münster lagen in allen fünf Wintersemestern seit WiSe 22/23 unter den drei Unis mit dem höchsten Median über alle Länder. Am unteren Ende lagen im WiSe 2026/27 Saarbrücken, Magdeburg, Rostock und Bochum mit Medianen um 796 Punkte.

Höchste Mediane WiSe 26/27

  1. Heidelberg863,5
  2. Berlin862
  3. Münster857,5
  4. Tübingen856
  5. Freiburg844

Niedrigste Mediane WiSe 26/27

  1. Homburg (Saarland)795,5
  2. Magdeburg796
  3. Rostock796,5
  4. Bochum796,5
  5. Bielefeld797
Median der ABQ-Grenzen über alle 16 Länder je Studienort in Punkten, Verlauf WiSe 22/23 bis WiSe 26/27.

Wenn du oben dein Abi-Bundesland wählst, zeigt die Tabelle nur die Grenzen, die für dich gelten. Die Werte für Zahnmedizin stehen unter NC Zahnmedizin.

 

Warum hängt der NC vom Bundesland ab?

Abiturnoten sind zwischen den Ländern nicht direkt vergleichbar. Der Staatsvertrag schreibt deshalb einen Ausgleich vor, und zwar über Prozentränge und Landesquoten.

Landesquoten in der ABQ. hochschulstart bildet 16 Landesquoten, eine je Bundesland. Innerhalb jeder Landesquote wird nach Punktzahl sortiert. Wie groß die Quote eines Landes ist, bestimmt sich zu einem Drittel nach seinem Anteil an allen Bewerbenden und zu zwei Dritteln nach seinem Anteil an den 18- bis unter 21-Jährigen. Für Berlin, Bremen und Hamburg wird das Ergebnis um 30 Prozent erhöht. Aus den 16 Landeslisten setzt hochschulstart dann eine Bundesliste zusammen, auf der jede Person eine Positionszahl erhält.

Die Folge: Dieselbe Uni hat für jedes Land einen anderen Grenzwert. Für die Charité reichten im WiSe 2026/27 mit Abitur aus Sachsen-Anhalt 857 Punkte, aus Niedersachsen 859, aus Hessen 867 und aus dem Saarland 874. Für neun der 16 Länder lag die Grenze bei 862 Punkten.

Ein höherer Grenzwert für dein Land heißt also nicht, dass du benachteiligt wirst. In Ländern mit vielen hohen Punktzahlen braucht man mehr Punkte für dieselbe Position auf der Bundesliste.

 

Was bedeutet der Prozentrang für dein Abi?

Auch in der AdH geht deine Abiturpunktzahl nicht direkt ein. hochschulstart errechnet aus deiner Positionszahl auf der Bundesliste der ABQ einen Prozentrang und rechnet ihn mit einer Prozentrangformel in einen Punktwert im Punktemodell mit maximal 100 Punkten um. Weil die Bundesliste aus den 16 Landeslisten entsteht, hängt dein Prozentrang davon ab, wie du im Vergleich zu den Bewerbenden aus deinem eigenen Land abschneidest.

Beispiel aus der Prozentrangtabelle im Zulassungsrechner für das WiSe 2026/27: 800 Abiturpunkte entsprachen in Nordrhein-Westfalen einem Prozentrang von 86,1, in Bayern 84,4, in Berlin 81,3 und im Saarland 74,5. Dieselbe Punktzahl ist also je nach Land mehr oder weniger wert.

Deine Punkte in deinem Land

800 Punkte entsprechen der Note 1,2 und in Nordrhein-Westfalen einem Prozentrang von 86,1.

  • Schleswig-Holstein89,4
  • Niedersachsen87,9
  • Nordrhein-Westfalendein Land86,1
  • Sachsen-Anhalt84,8
  • Rheinland-Pfalz84,7
  • Bayern84,4
  • Bremen84,3
  • Sachsen84
  • Hamburg83,6
  • Baden-Württemberg82,4
  • Berlin81,3
  • Mecklenburg-Vorpommern78,1
  • Hessen77,6
  • Brandenburg77,1
  • Thüringen76,3
  • Saarland74,5

Prozentrang von 800 Abiturpunkten je Bundesland zum WiSe 26/27, wie ihn auch der Zulassungsrechner verwendet. Dein Land wählst du im Zulassungsrechner oder in der Tabelle oben.

Wie dein Prozentrang in die AdH-Punkte einer Uni eingeht, hängt von deren Gewichtung ab. Das erklären wir im Ratgeber zum Auswahlverfahren der Hochschulen und in Die Abiturnote im Zentralen Vergabeverfahren.

 

Wie schätzt du deine Chancen mit deinem Abi ein?

Die ABQ-Tabelle zeigt nur eine von drei Hauptquoten. Für eine realistische Einschätzung brauchst du alle drei:

  1. ABQ: Liegt deine Punktzahl über der Grenze für dein Land an der Uni? Dann hättest du im jeweiligen Semester über die ABQ ein Angebot bekommen.
  2. AdH: Hier rechnet jede Uni Abinote, Test und weitere Kriterien zu einer Punktzahl zwischen 0 und 100 zusammen. Im WiSe 2026/27 lagen die AdH-Grenzen zwischen 46,1 (Saarbrücken, Unterquote mit 30 Prozent der AdH-Plätze) und 84,4 Punkten (Greifswald, Unterquote mit 10 Prozent der AdH-Plätze).
  3. ZEQ: Hier zählen nur schulnotenunabhängige Kriterien. Die Grenzen lagen im WiSe 2026/27 zwischen 59,7 (Marburg) und 85,4 Punkten (MH Hannover).

Die AdH- und ZEQ-Punkte sind nur innerhalb einer Uni vergleichbar, weil jede Uni ihre Kriterien und Gewichte selbst festlegt. 50 Punkte in Saarbrücken bedeuten etwas anderes als 50 Punkte in Greifswald.

Der Zulassungsrechner, manchmal auch NC-Rechner genannt, rechnet das für dich durch. Du gibst Abiturpunkte, Bundesland und, falls vorhanden, Testergebnis, Ausbildung oder Dienst ein. Er zeigt dir für jede Uni und jede Quote, ob du in den vergangenen Semestern ein Angebot bekommen hättest. Mit dem TMS-Rechner siehst du umgekehrt, welches Testergebnis du an einer Uni gebraucht hättest.

Der Staatsvertrag legt fest, dass die Quoten der Reihe nach abgearbeitet werden: zuerst die ABQ, dann die ZEQ, dann die AdH. Die Reihenfolge von ZEQ und AdH dürfen die Länder per Rechtsverordnung ändern. Wer in einer Quote ein Angebot angenommen hat, nimmt an den übrigen nicht mehr teil. Wie Bewerbung und Priorisierung bei hochschulstart ablaufen, steht in unserem Ratgeber Allgemeines zum Auswahlverfahren. Die Termine findest du unter Fristen.

 

Wie kommst du mit einem schlechteren Abi ins Medizinstudium?

Ein Abi schlechter als 1,3 reichte in der ABQ im WiSe 2026/27 an keiner Uni, im SoSe 2026 höchstens eine 1,4. Für 70 Prozent der Hauptquoten-Plätze und für die Vorabquoten gibt es aber andere Wege.

 

Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH)

In der AdH muss jede Uni neben der Abinote mindestens zwei schulnotenunabhängige Kriterien berücksichtigen, darunter mindestens einen fachspezifischen Studieneignungstest. Mindestens ein solches Kriterium muss erheblich gewichtet sein. Ein sehr gutes Testergebnis kann deshalb eine schwächere Abinote ausgleichen. Wie viel, hängt von der Gewichtung der Uni ab. Details stehen im Ratgeber zur AdH.

 

Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ)

In der ZEQ werden Abinote und Einzelnoten nicht berücksichtigt. Je nach Uni zählen Test, Auswahlgespräch, eine abgeschlossene Ausbildung in einem Gesundheitsberuf oder ein Dienst. Gerade bei einem Abi um 2,0 oder schlechter ist das die Quote, die du dir zuerst ansehen solltest. Mehr dazu: ZEQ: Zusätzliche Eignungsquote.

 

TMSnat

Der TMSnat löst ab 2027 TMS und HAM-Nat ab und wird damit der zentrale Medizinertest in AdH und ZEQ. Der erste Test findet am 8. und 9. Mai 2027 statt, die Anmeldung läuft vom 2. Februar bis 2. März 2027, die Ergebnisse kommen am 30. Juni 2027. Der TMS findet voraussichtlich zum letzten Mal am 7. und 8. November 2026 statt, der letzte HAM-Nat war am 5. September 2026. Alle 42 Studienorte, die zum WiSe 2026/27 Humanmedizin angeboten haben, wollen den TMSnat ab dem WiSe 2027/28 in ihrer Auswahl nutzen. Ob und wie lange daneben noch TMS- oder HAM-Nat-Ergebnisse zählen und wie stark der TMSnat gewichtet wird, legt jede Uni in ihrer Auswahlsatzung selbst fest. Viele Unis rechnen im Übergangsjahr alte und neue Tests an, ab 2028 nur noch den TMSnat. Die Gewichtungen für das WiSe 2027/28 sind noch nicht veröffentlicht.

Was der Test für deine Zulassung bedeutet, steht in unserem TMSnat-Ratgeber. Welche Übergangsregeln für TMS und HAM-Nat an jeder Uni gelten, findest du in unserer Übergangsregelung. Material zur Vorbereitung gibt es bei tmsnatvorbereitung.de. Deinen bisherigen TMS-Testwert kannst du mit Testwert zu Prozentrang einordnen.

 

Landarztquote

Plätze für Bewerbende, die sich verpflichten, später in einem Bereich besonderen öffentlichen Bedarfs zu arbeiten, gehören zu den Vorabquoten. Die Landarztquote vergeben die Länder in eigenen Verfahren mit eigenen Kriterien. In Bayern ist die Durchschnittsnote kein Auswahlkriterium: In der ersten Stufe zählen Testergebnis, eine Ausbildung in einem Gesundheitsberuf und Dienste, in der zweiten Stufe strukturierte Auswahlgespräche. Dafür verpflichtest du dich dort, nach der Weiterbildung zehn Jahre hausärztlich in einer unterversorgten Region zu arbeiten, bei Verstoß droht eine Vertragsstrafe von 250.000 Euro. Andere Länder regeln Kriterien, Bindung und Vertragsstrafe anders. Lies vorher unseren Ratgeber zur Landarztquote. Ähnlich bindend ist das Studium über die Bundeswehr.

 

Losverfahren

Bleiben nach dem Zentralen Verfahren und dem Koordinierten Nachrücken Plätze frei, verlosen viele Unis sie in einem eigenen Verfahren. Abinote und Test zählen dort nicht. Den Losantrag stellst du direkt bei der Uni, an einigen Unis ausdrücklich auch ohne vorherige Bewerbung bei hochschulstart. Zum WiSe 2026/27 hatten 22 der 42 Medizin-Studienorte ein Losfenster veröffentlicht, das Medizin im 1. Fachsemester ausdrücklich nennt. Die meisten Fristen endeten zwischen Mitte September und Mitte Oktober, in Göttingen erst am 26. Oktober 2026.

Ein veröffentlichtes Losfenster heißt nicht, dass auch Plätze verlost werden. Das steht erst fest, wenn nach dem Nachrücken noch Plätze übrig sind, und Zahlen veröffentlichen nur wenige Unis. Die Ruhr-Uni Bochum hat zum WiSe 2026/27 neun Medizinplätze verlost, in den fünf Wintersemestern davor zwischen drei und sieben. Alle Unis, Fristen und Links findest du unter Losverfahren.

 

Weitere Wege

Häufige Fragen zum NC Medizin

Welchen NC braucht man für Medizin?

Einen festen NC gibt es nicht. Im WiSe 2026/27 lag die Auswahlgrenze der Abiturbestenquote je nach Uni und Abi-Bundesland zwischen 771 und 879 von 900 Abiturpunkten, also etwa zwischen 1,3 und 1,0. Diese Grenze gilt nur für 30 Prozent der Plätze.

Reicht ein 1,0-Abitur für Medizin?

Nicht an jeder Uni über die Abiturbestenquote. Mit bayerischem Abitur brauchte man im WiSe 2026/27 für Heidelberg 863 Punkte, für die Charité 862. Ein 1,0 beginnt nach der KMK-Umrechnung bei 823 Punkten. Ein 1,0 mit wenigen Punkten reichte dort also nicht.

Kann man Medizin ohne 1,0-Abi studieren?

Ja. 60 Prozent der Plätze (nach Abzug der Vorabquoten) vergeben die Unis im Auswahlverfahren der Hochschulen, wo neben der Abinote ein Studieneignungstest wie der TMSnat einfließen muss, 10 Prozent in der Zusätzlichen Eignungsquote ganz ohne Abinote. Dazu kommen Landarztquote, Bundeswehr und Losverfahren.

Ist der NC für Medizin in jedem Bundesland gleich?

Nein. In der Abiturbestenquote gibt es 16 Landesquoten. Für die Charité reichten im WiSe 2026/27 mit Abitur aus Sachsen-Anhalt 857 Punkte, mit Abitur aus dem Saarland waren 874 nötig.

Wird der NC für Medizin leichter?

Leicht, ja. Der Median aller ABQ-Auswahlgrenzen im Wintersemester sank von 834 Punkten (WiSe 22/23) auf 823 Punkte (WiSe 26/27). Eine Prognose für 2027/28 ist das nicht.

Was bedeutet NC frei bei Medizin?

Medizin ist bundesweit zulassungsbeschränkt und nie NC-frei. Gemeint ist meist ein Weg, bei dem die Abinote nicht zählt, etwa die Zusätzliche Eignungsquote, die Landarztquote in Bayern oder das Losverfahren um Restplätze.

Helfen Wartesemester gegen den NC in Medizin?

Nein. Eine Wartezeitquote gibt es seit dem Staatsvertrag von 2019 nicht mehr. Die Übergangsregel, nach der Wartezeit in der Zusätzlichen Eignungsquote noch mitzählte, galt nur bis einschließlich WiSe 2021/22.

Wann werden die Auswahlgrenzen für Medizin veröffentlicht?

hochschulstart veröffentlicht die Auswahlgrenzen nach jedem Vergabeverfahren, sobald die Koordinierungsphase vorbei ist. Die aktuellen Werte gelten für das WiSe 2026/27, die Werte für das WiSe 2027/28 erscheinen erst nach dessen Koordinierungsphase.