Vorabquoten

Auch: Sonderquoten, Bedarfsquoten

Von Malte Kuehl, Betreiber von medirechner
Veröffentlicht am

Bevor hochschulstart die Plätze auf Abiturbestenquote, ZEQ und AdH verteilt, werden bis zu 20 Prozent für Sondergruppen abgezogen. Die genauen Anteile stehen nicht im Staatsvertrag selbst, sondern in den Vergabeverordnungen der Länder, und sie unterscheiden sich vor allem bei den Bedarfsquoten.

 

Die Gruppen im Überblick

 

Beispiel Bayern

Die bayerische Verordnung reserviert in Medizin 1 Prozent für Härtefälle, 2,2 Prozent für die Bundeswehr, 8 Prozent für die Landarztquote, 1,8 Prozent für die ÖGD-Quote, 2 Prozent für ausländische Staatsangehörige und 3 Prozent für das Zweitstudium. Zusammen sind das 18 Prozent. Sachsen setzt für ausländische Staatsangehörige 5 Prozent an, für beruflich Qualifizierte ohne Abitur 0,5 Prozent und für die Landarztquote 6,5 Prozent. Bleiben Plätze in einer Vorabquote frei, werden sie in den Hauptquoten vergeben.

 

Wichtig für deine Planung

Für die meisten Abiturient:innen sind Vorabquoten kein eigener Weg, sondern verkleinern die Hauptquoten. Interessant werden sie, wenn du dich bewusst verpflichten willst (Landarzt, ÖGD, Bundeswehr) oder ein Sonderfall vorliegt. Bedarfsquoten haben eigene Bewerbungsverfahren mit Fristen, die deutlich vor denen von hochschulstart liegen.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich mich gleichzeitig in einer Vorabquote und den Hauptquoten bewerben?

Das hängt von der Quote ab. Wer etwa einen Härtefallantrag stellt, nimmt bei Ablehnung ganz normal an den Hauptquoten teil. Für die Landarztquote bewirbst du dich separat bei der zuständigen Landesstelle und mit eigenen, früheren Fristen.

Zählt der TMSnat in den Vorabquoten?

Laut tmsnat.org wird in den Vorabquoten im Jahr 2027 noch der TMS angerechnet, ab 2028 voraussichtlich nur noch der TMSnat.

Quellen

Artikel zum Thema Vorabquoten

Quoten

Abiturbestenquote (ABQ)

Die Abiturbestenquote vergibt 30 Prozent der Studienplätze in Medizin und Zahnmedizin allein nach der Punktzahl im Abitur. Gerankt wirst du zuerst auf der Landesliste deines Abiturbundeslandes, erst danach werden die Landeslisten zu einer Bundesliste zusammengeführt.

Quoten

Härtefallquote

Über die Härtefallquote erhalten Bewerber:innen sofort einen Studienplatz, für die eine Ablehnung eine außergewöhnliche Härte wäre, etwa wegen einer sich verschlechternden Erkrankung. In Bayern und Sachsen umfasst sie 1 Prozent der Plätze.

Quoten

Landarztquote

Über die Landarztquote vergeben elf Bundesländer Medizinstudienplätze an Bewerber:innen, die sich verpflichten, nach der Facharztweiterbildung mindestens zehn Jahre hausärztlich in einer unterversorgten Region des Landes zu arbeiten. Die Abiturnote spielt dabei eine untergeordnete Rolle.

Quoten

ÖGD-Quote

Die ÖGD-Quote reserviert in einigen Bundesländern Medizinstudienplätze für Bewerber:innen, die sich verpflichten, später im öffentlichen Gesundheitsdienst zu arbeiten, etwa im Gesundheitsamt. Sie funktioniert wie die Landarztquote, nur mit anderem Einsatzort.

Quoten

Sanitätsoffizieranwärter (Bundeswehr)

Die Bundeswehr bildet ihre Ärzt:innen und Zahnärzt:innen an zivilen Universitäten aus und erhält dafür eine eigene Vorabquote. Wer über die Bundeswehr Humanmedizin studiert, verpflichtet sich für 17 Jahre als Soldat:in.

Quoten

Zweitstudienquote

Wer bereits ein Studium an einer deutschen Hochschule abgeschlossen hat, bewirbt sich für Medizin oder Zahnmedizin in der Zweitstudienquote. In Bayern und Sachsen umfasst sie 3 Prozent der Plätze, vergeben nach dem Ergebnis des Erststudiums und den Gründen für das Zweitstudium.