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In dieser Phase soll nun das „Feststecken“ der Studienplatzvergabe durch mehrfache Studienplatzreservierungen verhindert bzw. beendet werden, indem sobald ein Zulassungsangebot vorliegt, automatisch alle anderen Studienplatzangebote, die niedriger priorisiert sind, abgelehnt werden.
Es ist daher besonders wichtig, vor Beginn der Koordinierungsregeln die Priorisierungen bei Hochschulstart genau nach der persönlichen Wunschliste sortiert zu haben!
Zu Beginn dieser Phase werden Zulassungsangebote für die Abiturbestenquote und einige „Sonderquoten“ (Landarztquote, ÖGD-Quote, Zweitstudium) vergeben.
Nur, wer aufgrund eines sehr guten Abi-Schnittes eine Zulassungschance hat, kann hier Angebote bekommen. Alle Kriterien, die in die AdH-Quote und die ZEQ eingehen, wie z.B. TMS, HAM-Nat, Dienste, Berufsausbildung, können hier noch nicht berücksichtigt werden.
Falls unsere beispielhafte Bewerberin also aufgrund eines sehr guten Abi-Schnittes ein Zulassungsangebot durch die Abiturbestenquote erhält, steht es ihr frei, dieses anzunehmen, oder weiter abzuwarten, ob sie für ihre höher priorisierten Wünsche noch ein Zulassungsangebot bekommt.
Falls sie mehrere Zulassungsangebote erhält, werden automatisch die niedriger priorisierten Angebote abgelehnt.
Beispiel:
Ihre Priorisierung war:
Falls sie in dieser Phase der Vergabe für die Abiturbestenquote Zulassungsangebote für Göttingen und Greifswald erhält, wird das Angebot für Greifswald automatisch abgelehnt, weil sie ja auch ein Angebot für Göttingen hat und angegeben hat, dass sie lieber in Göttingen als in Greifswald studieren würde. Der Stand ihrer Priorisierungen ist dann:
Universität | Zulassungsstatus |
|---|---|
| 1. Medizin in Hamburg | Noch kein Zulassungsangebot |
| 2. Medizin in München | Noch kein Zulassungsangebot |
| 3. Medizin in Berlin | Noch kein Zulassungsangebot |
| 4. Medizin in Göttingen | Zulassungsangebot |
| 5. Medizin in Greifswald | Ausgeschieden |
Unsere Bewerberin entscheidet sich nun, weiter abzuwarten, ob sie in den weiteren Vergabephasen in Berlin, München oder Hamburg einen Studienplatz erhält, da sie lieber dort studieren möchte.
Das Zulassungsangebot für Göttingen bleibt so lange für sie reserviert.
Falls sie realisiert, dass sie auf keinen Fall in Göttingen studieren möchte, selbst wenn sie keinen Studienplatz in den anderen Städten erhält, kann sie den Platz auch aktiv ablehnen, sodass dieser für den nächsten Bewerber hinter ihr in der Rangliste freigemacht wird. Es kann in dieser Phase daher auch einige „Bewegung“ geben. Insgesamt dauert die Phase wenige Tage. Danach werden auch Zulassungsangebote für die AdH-Quote und ZEQ verteilt.
Die genauen Termine der Phasen findet ihr immer auf Hochschulstart.
Für die Vergabephase der Plätze aus AdH-Quote und ZEQ werden für jede Universität anhand der dort geltenden Kriterien (z.B. TMS, HAM-Nat, Freiwilligendienst, Berufsausbildung) Ranglisten gebildet.
Diejenigen Bewerber:innen, die auf den Rangplätzen so weit oben stehen, dass sie auf jeden Fall in die Anzahl der Studienplätze an dieser Universität passen, können sofort ein Zulassungsangebot erhalten.
Wenn sie mehrere Zulassungsangebote erhalten, werden auch hier wieder automatisch alle niedriger priorisierten Angebote abgelehnt, damit diese Plätze für andere Bewerber:innen freigemacht werden können.
Unsere beispielhafte Bewerberin könnte hier ein Zulassungsangebot für Berlin erhalten, wodurch automatisch die Bewerbung für Göttingen zurückgezogen wird:
Universität | Zulassungsstatus |
|---|---|
| 1. Medizin in Hamburg | Noch kein Zulassungsangebot |
| 2. Medizin in München | Noch kein Zulassungsangebot |
| 3. Medizin in Berlin | Zulassungsangebot |
| 4. Medizin in Göttingen | Ausgeschieden |
| 5. Medizin in Greifswald | Ausgeschieden |
Der Platz in Göttingen wird dann der nächsten Bewerberin oder dem nächsten Bewerber auf der Rangliste für Göttingen angeboten.
Diese Phase ist für Bewerber:innen besonders aufregend, da durch das automatische Zurückziehen von Bewerbungen sehr viel Bewegung in der Studienplatzvergabe erfolgt. Man sieht live den eigenen Ranglistenplatz für jede Universität und welcher Ranglistenplatz aktuell das letzte Zulassungsangebot erhalten hat.
So kann man verfolgen, wie man immer näher an den Studienplatz heranrückt, bis man hoffentlich eines oder mehrere Zulassungsangebote erhält.
Auch in dieser Phase kann man jederzeit bisherige Zulassungsangebote annehmen oder abwarten, ob man noch in höher priorisierten Wünschen ein Zulassungsangebot erhält.
Weiterhin kann man freiwillig Angebote ablehnen, wenn einem klar wird, dass man eh unter keinen Umständen dort studieren möchte, selbst wenn man keinen anderen Studienplatz angeboten bekommt. Hierdurch ergibt sich zusätzliche Bewegung im Vergabeprozess, da einige Bewerber:innen realisieren, dass sie sich nur sicherheitshalber im Bewerbungsprozess für alle Universitäten beworben haben und in manchen Städten bzw. an manchen Unis unter keinen Umständen studieren wollen würden.
Sollte man sich in dieser Phase doch noch einmal umentscheiden wollen, was die Priorisierungen angeht, ist dies möglich, solange das Angebot noch nicht automatisch zurückgezogen wurde. Wenn sich die Wünsche ändern, sollte man dies also schnell in der Priorisierung ändern.
Es erfolgt erst ein automatisches Zurückziehen von Angeboten, wenn ein Zulassungsangebot entstanden ist und gleichzeitig ein höher priorisiertes Zulassungsangebot besteht.
Beispiel: Wenn unsere Bewerberin nun ein Zulassungsangebot für Hamburg erhält, jedoch noch kein Zulassungsangebot für München besteht, fällt die Bewerbung für München noch nicht weg, obwohl München niedriger priorisiert ist.
Dafür fällt in dem Fall das vorherige Zulassungsangebot für Berlin weg:
Universität | Zulassungsstatus |
|---|---|
| 1. Medizin in Hamburg | Zulassungsangebot |
| 2. Medizin in München | Noch kein Zulassungsangebot |
| 3. Medizin in Berlin | Ausgeschieden |
| 4. Medizin in Göttingen | Ausgeschieden |
| 5. Medizin in Greifswald | Ausgeschieden |
Wichtig: Erst, wenn sie ein Zulassungsangebot für München erhielte, würde es automatisch wegfallen.
Bis dahin hätte sie nun also noch die Möglichkeit, ihre Auswahl anzupassen und z.B. darüber nachzudenken, dass die Sonne in Hamburg nur durchschnittlich 4,2 Stunden pro Tag scheint, während sie in München durchschnittlich 4,6 Stunden pro Tag scheint und es in Süddeutschland mehr Möglichkeiten für Wintersport gibt. Während wir also während unseres Studiums dem Hamburger Schietwetter trotzen mussten, entscheidet sich unsere Bewerberin lieber für das alpine Glück und passt ihre Bewerbung an:
Universität | Zulassungsstatus |
|---|---|
| 1. Medizin in München (geändert) | Noch kein Zulassungsangebot |
| 2. Medizin in Hamburg (geändert) | Zulassungsangebot |
| 3. Medizin in Berlin | Ausgeschieden |
| 4. Medizin in Göttingen | Ausgeschieden |
| 5. Medizin in Greifswald | Ausgeschieden |
Sobald für den am höchsten priorisierten Wunsch ein Zulassungsangebot vorliegt und alle anderen Bewerbungen automatisch ausgeschieden sind oder aktiv zurückgezogen wurden, ist die Phase für den oder die Bewerber:in vorbei. Dieses Zulassungsangebot würde dann automatisch in einen Zulassungsbescheid umgewandelt werden.
Genauso kann die Phase aktiv beendet werden, indem ein Zulassungsangebot aktiv angenommen wird.
Diese Koordinierungsphase dauert insgesamt ca. 3 Wochen, in denen stetig Bewegung stattfinden kann. Ehrlicherweise findet die meiste Bewegung jedoch nur innerhalb der ersten Tage statt, danach kommt der Prozess an vielen Universitäten nahezu zum Erliegen.
Wenn unsere beispielhafte Bewerberin bis zum Ende dieser Phase kein Zulassungsangebot für München erhält, wird das Zulassungsangebot für Hamburg nach Ende der Koordinierungsphase automatisch in einen Zulassungsbescheid verwandelt.
Mit Eingang eines Zulassungsbescheides werden alle weiteren Informationen für die nächsten notwendigen Schritte bereitgestellt, wie z.B. die Einschreibung in den Universitäten. Unsere Bewerberin bekommt nun Bescheid, dass sie sich innerhalb von 7 Tagen an der Universität Hamburg einschreiben muss und erhält alle Informationen und Links, wie sie dies macht.
Zulassungsbescheide können auch von Bewerber:innen zurückgestellt werden, wenn man z.B. aufgrund eines Freiwilligendienstes erst später mit dem Studium beginnen möchte. Weitere Informationen dazu im Kapitel „Rückstellung einer Zusage“.
Wer in dieser Phase keinen Studienplatz erhalten hat, sollte die Hoffnung noch nicht aufgeben sondern darf noch auf das Nachrückverfahren („Koordiniertes Nachrücken“) oder das Losverfahren hoffen.