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Auch wenn du dich voll auf TMS, HAM-Nat oder andere Zulassungstests konzentrieren solltest, kann es Druck nehmen zu wissen: Es gibt viele Wege, im medizinischen Feld zu arbeiten. Und selbst wenn du später mit dem Medizinstudium beginnst und merkst, dass der klassische Arztberuf doch nicht das Richtige ist, stehen dir spannende Türen offen.
Der Studiengang Physician Assistant ist in Deutschland noch relativ jung, etabliert sich aber rasant. Als PA arbeitest du direkt im ärztlichen Team, führst auf Delegation Untersuchungen durch, assistierst bei Operationen und übernimmst anspruchsvolle medizinische Aufgaben. Der Studiengang dauert je nach Vorqualifikation sechs bis acht Semester und ist oft NC-frei. Besonders interessant: Wenn du bereits eine Ausbildung im Gesundheitswesen hast (Pflege, MFA, OTA), wird diese häufig angerechnet und verkürzt dein Studium. Das Berufsbild ist von der Bundesärztekammer anerkannt, und die Nachfrage steigt kontinuierlich. Das Einstiegsgehalt liegt bei etwa 3.500 Euro brutto monatlich.
Wenn dich die Forschungsseite der Medizin fasziniert, könnte Biomedizin, Molekulare Medizin oder Biochemie das Richtige sein. Hier erforschst du Krankheitsursachen auf zellulärer und molekularer Ebene und arbeitest an der Entwicklung neuer Therapien. Der NC liegt oft zwischen 1,1 und 2,0, also anspruchsvoll, aber nicht so selektiv wie bei Humanmedizin. Absolventinnen und Absolventen finden Jobs in Forschungsinstituten, der Pharmaindustrie und Biotech-Unternehmen. Eine ehrliche Einschätzung: Die Berufschancen sind mit einem Medizinstudium breiter, aber wenn Forschung deine Leidenschaft ist, bist du hier genau richtig.
Pharmazie verbindet Chemie, Biologie und Medizin und führt nicht nur in die Apotheke, sondern auch in Forschung und Pharmaindustrie. Der Patientenkontakt kommt hier auch nicht zu kurz, wenn du das möchtest.
Zahnmedizin (niedrigerer NC als Humanmedizin), Gesundheitsmanagement, Medizintechnik oder Pflegewissenschaft sind weitere Optionen, die dich ins Gesundheitswesen bringen. Informier dich, was zu deinen Interessen passt.
Neben Studiengängen gibt es zahlreiche Ausbildungsberufe, die direkten Patientenkontakt bieten und einen schnelleren Berufseinstieg ermöglichen: Gesundheits- und Krankenpflege, Notfallsanitäter, MFA, OTA, Physiotherapie oder MTA. Viele dieser Ausbildungen lassen sich später mit einem Studium kombinieren oder dienen als Sprungbrett für den Physician-Assistant-Studiengang.
Keine Sorge: Das Medizinstudium öffnet weit mehr Türen als nur Klinik oder Praxis. Etwa 20 Prozent der Ärztinnen und Ärzte in Deutschland arbeiten nicht in der direkten Patientenversorgung. Falls du also während oder nach dem Studium feststellst, dass du doch lieber einen anderen Weg einschlagen möchtest, hast du viele Optionen.
McKinsey, BCG, Roland Berger und andere Beratungsfirmen suchen aktiv nach Medizinerinnen und Medizinern, besonders für Healthcare-Projekte. Du bringst analytisches Denken, strukturierte Problemlösung und Fachwissen mit. Die Gehälter sind attraktiv, allerdings solltest du Flexibilität und Teamfähigkeit mitbringen. Ein MBA oder BWL-Kenntnisse erleichtern den Einstieg.
Du kannst an Universitäten, Forschungsinstituten oder in der Pharmaindustrie arbeiten. Der akademische Weg führt über Promotion und Habilitation zur Professur. Aber auch in der klinischen Forschung, bei Biotech-Firmen oder in der Arzneimittelentwicklung gibt es spannende Positionen, oft ohne abgeschlossene Facharztausbildung.
Von der Wirkstoffentwicklung über klinische Studien bis zu Medical Affairs: Die Pharmaindustrie bietet vielfältige Karrierewege. Der Wettbewerb ist groß, da sich auch Biologen, Chemiker und Pharmazeuten bewerben, aber medizinisches Know-how ist gefragt, z.B. als Medical Liaison.
Im Qualitätsmanagement, Controlling, Medizincontrolling oder der Klinikleitung werden medizinisch ausgebildete Führungskräfte gesucht. Hier verbindest du medizinisches Wissen mit betriebswirtschaftlichen Aufgaben und hast oft geregeltere Arbeitszeiten als in der Patientenversorgung.
Du schreibst gern und kannst komplexe Sachverhalte verständlich erklären? Als Medizinjournalist arbeitest du für Fachverlage, Zeitungen, Rundfunk oder in der Wissenschaftskommunikation. Auch Startups im E-Health-Bereich suchen Mediziner mit Kommunikationstalent.
Als Amtsarzt, im Gesundheitsamt oder in der Gesundheitspolitik kannst du auf Bevölkerungsebene etwas bewegen. Prominente Beispiele wie Karl Lauterbach oder Ursula von der Leyen zeigen, wohin ein Medizinstudium auch führen kann.
Ein wachsender Bereich: Digitale Sprechstunden, Gesundheits-Apps und KI-gestützte Diagnostik brauchen ärztliche Expertise. Hier verbindest du Medizin mit Technologie und Innovation.
Die Gesundheitsbranche bietet enormes Potenzial für eigene Projekte und Unternehmensgründungen. Wir sind selbst das beste Beispiel: Mit hamnatvorbereitung.de und medirechner.de haben wir unsere Erfahrungen aus dem Bewerbungsprozess genutzt, um anderen den Weg ins Medizinstudium zu erleichtern. Dabei kombiniere ich, Malte, das Gründen mit einer Karriere in der Forschung (Bioinformatik), während Martin auch klinisch als Arzt arbeitet. Diese Kombination zeigt: Du musst dich nicht für einen einzigen Weg entscheiden. Ob Health-Tech, Medical Education oder digitale Tools für den Klinikalltag, als Mediziner:in bringst du Fachwissen mit, das in der Startup-Welt gefragt ist.
P.S.: Solltest du in diesem Bereich Ideen oder einfach nur ein großes Interesse haben, melde dich gerne jederzeit bei uns!
Es gibt viele Wege, wie du deinem Traum näherkommen kannst. Manche entscheiden sich bewusst für alternative Studiengänge oder Ausbildungen und werden damit sehr glücklich. Andere starten ins Medizinstudium und entdecken später, dass Forschung, Beratung oder Management besser zu ihnen passen. Beides ist völlig in Ordnung.
Wichtig ist, dass du weißt: Ein Nein zum Medizinstudienplatz ist kein Nein zu einer erfüllenden Karriere im Gesundheitswesen. Und ein Ja zum Medizinstudium bedeutet nicht, dass du dein Leben lang in der Klinik arbeiten musst.