Was ist die Landarztquote?

In Zukunft soll ein Teil der Medizinstudienplätze über die Landarztquote vergeben werden. Ziel davon ist die voranschreitende oder zumindest drohende (allgemein-)ärztliche Unterversorgung in vielen ländlichen Gebieten Deutschlands zu bekämpfen.

Für die Landarztquote wird eine gewisse Prozentzahl der Medizinstudienplätze (z.B. 7,6% in NRW) vorab reserviert für Medizinstudenten/-studentinnen, die sich vertraglich dazu verpflichten, nach Abschluss des Studiums und einschlägigen Weiterbildungen mindestens 10 Jahre in ländlichen, ärztlich unterversorgten Regionen zu arbeiten. Sollte man dann doch nicht auf dem Land leben wollen, müsste man sich für eine sehr hohe Summe (€250.000 in NRW) aus dem Vertrag freikaufen.

Vergleichbar ist die Landarztquote ein wenig mit dem Medizinstudium über die Bundeswehr (siehe unseren Artikel hier). 


Wo und wann kommt die Landarztquote?

Nordrhein-Westfalen hat die Landarztquote sogar bereits zum Wintersemester 2019/20 und somit als erstes Bundesland eingeführt. Andere Bundesländer (u.a. Bayern, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein) haben die Einführung einer Landarztquote (meist ab Wintersemester 2020/21) bereits beschlossen. In einigen weiteren Bundesländern (z.B. Baden-Württemberg, Niedersachsen, Saarland) wird eine Landarztquote geplant bzw. zumindest diskutiert.

Für wen könnte die Landarztquote interessant sein?

Die Landarztquote ist in unseren Augen attraktiv für Bewerber/innen, die die folgenden 3 Kriterien erfüllen:

1.  Ein ordentliches Abi, aber kein Spitzenabi – sonst kommt man auch über andere Quoten und im Zweifel einfacher an einen Medizinstudienplatz und ist nicht durch die Verpflichtung, auf dem Land zu arbeiten, gebunden.

2.   Affinität zum Land – nicht jeder ist zu mindestens zehn Jahre Landleben bereit. Und das Nichteinhalten des Vertrags, nachdem man die Ausbildung abgeschlossen hat, wird in allen Bundesländern mit nahezu prohibitiv hohen Strafzahlungen verbunden sein.

3. Vorliebe für die Allgemeinmedizin – ländliche Gebiete brauchen typischerweise Allgemeinmediziner. Wer davon träumt, hochspezialisierter Chirurg oder Pathologe zu werden, ist hier wahrscheinlich nicht richtig aufgehoben. Für wen dagegen die Vorzüge des Allgemeinmedizinerdaseins überwiegen (z.B. sehr breites Spektrum, langfristiges Begleiten von Patienten/ganzen Familien), ist die Option Landarztquote sicher deutlich interessanter.

Was ist die Landarztquote?

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