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Der MedAT öffnet dir als Deutsche:r die Tür zum Medizinstudium in Österreich. Während in Deutschland der NC und diverse Auswahlverfahren den Zugang regeln, zählt in Österreich ausschließlich deine Leistung am Testtag. Dein Abiturschnitt spielt keine Rolle, und du kannst den Test beliebig oft wiederholen. Das macht den MedAT zu einer echten Alternative für alle, die sich nicht von einer Abiturnote definieren lassen wollen.
Der Medizinische Aufnahme-Test ist das zentrale Auswahlverfahren für Humanmedizin und Zahnmedizin an allen vier öffentlichen medizinischen Universitäten Österreichs: Wien, Innsbruck, Graz und Linz. Der Test findet einmal jährlich im Juli statt, wobei alle Standorte den identischen Test am selben Tag schreiben.
Vom Aufbau her lässt sich der MedAT als Kombination aus HAM-Nat und TMS beschreiben, ergänzt um eine soziale Komponente. Du wirst sowohl auf naturwissenschaftliches Faktenwissen als auch auf kognitive Fähigkeiten und soziale Kompetenz geprüft. Diese Mischung macht den Test anspruchsvoll, aber auch fair: Unterschiedliche Stärken können sich ausgleichen.
Der MedAT-H (Humanmedizin) besteht aus vier Hauptbereichen, die unterschiedlich gewichtet werden.
Der BMS prüft dein naturwissenschaftliches Schulwissen in vier Fächern. Biologie macht mit 40 Fragen den größten Teil aus und umfasst Themen wie Zellbiologie, Genetik, Humanbiologie und Evolution. Chemie folgt mit 24 Fragen zu allgemeiner, anorganischer und organischer Chemie. Physik wird mit 18 Fragen abgefragt, wobei Mechanik, Elektrizität, Optik und Atomphysik im Fokus stehen. Mathematik rundet den BMS mit 12 Fragen ab, die Algebra, Geometrie und Statistik abdecken.
Der BMS ist der einzige Teil des MedAT, für den du klassisch lernen kannst. Die Medizinischen Universitäten veröffentlichen einen offiziellen Stichwortekatalog, der den prüfungsrelevanten Stoff definiert. Dieser Katalog ist deine Lernbibel. Was nicht im Katalog steht, wird nicht gefragt.
Im Textverständnis-Teil erhältst du wissenschaftliche Texte, zu denen du anschließend Fragen beantworten musst. Die Texte stammen typischerweise aus medizinischen oder naturwissenschaftlichen Kontexten. Es geht nicht darum, Vorwissen einzubringen, sondern die Informationen aus dem Text korrekt zu extrahieren und zu interpretieren.
Dieser Bereich testet deine kognitiven Fähigkeiten in fünf Untertests. Die Aufgaben zu Figuren zusammensetzen prüfen dein räumliches Vorstellungsvermögen, indem du aus Teilstücken eine vorgegebene Figur mental zusammensetzen musst. Beim Gedächtnis und Merkfähigkeit musst du dir Allergieausweise mit Namen, Geburtsdaten und Allergien einprägen und später Fragen dazu beantworten. Das Zahlenfolgen-Modul verlangt von dir, mathematische Muster in Zahlenreihen zu erkennen und fortzuführen. Im Untertest Implikationen erkennen geht es um logisches Schlussfolgern aus gegebenen Aussagen. Wortflüssigkeit schließlich testet dein sprachliches Denkvermögen.
Diese kognitiven Untertests kannst du durch gezieltes Training verbessern. Im Gegensatz zum BMS geht es hier nicht um Wissen, sondern um Fähigkeiten, die sich mit Übung steigern lassen.
Der jüngste und zugleich umstrittenste Teil des MedAT präsentiert dir soziale Situationen aus dem medizinischen Alltag. Du musst verschiedene Handlungsoptionen nach ihrer Angemessenheit bewerten. Dieser Untertest soll soziale und emotionale Kompetenzen erfassen, die für den Arztberuf relevant sind.
Die Bewertung erfolgt anhand von Expertenratings. Das bedeutet, dass die "richtige" Antwort durch die Einschätzung eines Expertengremiums definiert wird. Dies macht die Vorbereitung schwieriger als bei den anderen Untertests, da es keine objektiv ableitbaren Lösungen gibt.
Der MedAT-Z für Zahnmedizin unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt vom MedAT-H: Statt Soziales Entscheiden enthält er den Untertest Manuelle Fertigkeiten. Hier musst du unter Zeitdruck Drahtbiegeübungen und das Schneiden von Spiegelformen absolvieren. Diese praktischen Aufgaben sollen deine feinmotorischen Fähigkeiten testen, die in der Zahnmedizin besonders gefragt sind.
Die vier Standorte unterscheiden sich erheblich in der Anzahl der verfügbaren Plätze und damit in der Konkurrenzsituation.
Wien ist mit rund 740 Studienplätzen für Humanmedizin und 80 für Zahnmedizin der größte Standort. Als Hauptstadt und mit dem renommierten AKH als Universitätsklinikum zieht Wien besonders viele Bewerber:innen an. Die Konkurrenz ist entsprechend hoch.
Innsbruck bietet etwa 400 Plätze für Humanmedizin und 40 für Zahnmedizin. Die Tiroler Landeshauptstadt besticht durch ihre Lage in den Alpen und eine überschaubare Größe, die ein familiäreres Studienumfeld ermöglicht.
Graz vergibt rund 360 Studienplätze für Humanmedizin und 24 für Zahnmedizin. Die steirische Hauptstadt ist bekannt für ihre hohe Lebensqualität und vergleichsweise günstige Lebenshaltungskosten.
Linz ist der kleinste und jüngste Standort mit etwa 300 Plätzen ausschließlich für Humanmedizin. Die Medizinische Fakultät der Johannes Kepler Universität existiert erst seit 2014 und hat sich auf innovative Lehrmethoden spezialisiert.
Für dich als Deutsche:r ist die Quotenregelung entscheidend. Österreich reserviert 75% der Studienplätze für österreichische Staatsbürger:innen. Weitere 20% gehen an EU-Bürger:innen, zu denen du als Deutsche:r gehörst. Die verbleibenden 5% sind für Bewerber:innen aus Drittstaaten vorgesehen.
Diese Regelung wurde eingeführt, um die ärztliche Versorgung in Österreich zu sichern, nachdem in den 2000er-Jahren ein starker Zustrom deutscher Studierender verzeichnet wurde. In der Praxis bedeutet das für dich: Du konkurrierst primär mit anderen EU-Ausländer:innen um die 20%-Quote.
Die Zahlen wirken zunächst einschüchternd. Je nach Universität und Jahr kommen auf einen Studienplatz in der EU-Quote zwischen 10 und 20 Bewerber:innen. Das entspricht einer Erfolgsquote von 5 bis 10 Prozent. In absoluten Zahlen bewerben sich jährlich mehrere tausend Deutsche für die wenigen hundert verfügbaren Plätze.
Dennoch ist der MedAT eine realistische Option. Anders als beim deutschen NC-Verfahren, wo dein Abiturschnitt unveränderlich feststeht, kannst du dein MedAT-Ergebnis durch Vorbereitung direkt beeinflussen. Wer sich ernsthaft vorbereitet, hat keine 5-10% Chance, sondern deutlich mehr. Die Statistik wird verzerrt durch Bewerber:innen, die den Test unvorbereitet oder mit minimaler Vorbereitung angehen.
Aus unserer Erfahrung und der vieler Studierender, die wir beraten haben, gilt: Mit drei bis sechs Monaten intensiver Vorbereitung gehörst du nicht mehr zur durchschnittlichen Bewerber:in. Du schiebst dich in die oberen Ränge, wo die Chancen erheblich besser stehen.
Die Vorbereitung auf den Basiskenntnistest erfordert klassisches Auswendiglernen. Der Stichwortekatalog der Medizinischen Universitäten definiert den Stoff präzise. Arbeite diesen systematisch durch und nutze dabei aktive Lernmethoden wie Karteikarten oder Spaced Repetition Software.
Biologie ist mit 40% des BMS der wichtigste Bereich. Hier solltest du den größten Zeitanteil investieren. Viele Themen überschneiden sich mit dem Abiturstoff, aber der MedAT geht oft ins Detail. Chemie erfordert solides Verständnis der Grundlagen und Übung im Anwenden von Formeln. Physik und Mathematik sind vom Umfang her überschaubar, sollten aber nicht unterschätzt werden.
Beginne mindestens drei Monate vor dem Test mit dem BMS-Lernen. Plane dabei ein, den Stoff mehrfach zu wiederholen, da einmaliges Durcharbeiten nicht ausreicht.
Die kognitiven Untertests erfordern einen anderen Ansatz. Hier geht es um Fähigkeiten, die du durch regelmäßiges Üben verbesserst. Das Prinzip ist ähnlich wie beim Sport: Tägliches Training bringt mehr als einmalige Intensiveinheiten.
Für Figuren zusammensetzen hilft es, systematische Strategien zu entwickeln. Achte auf markante Ecken, Kanten und Proportionen der Teilstücke. Mit Übung erkennst du Muster schneller.
Das Allergiepass-Merken trainierst du am besten mit Mnemotechniken. Die Loci-Methode oder das Erstellen von Geschichten können dir helfen, die Informationen zu verankern. Wichtig ist regelmäßiges Üben unter realistischen Zeitbedingungen.
Zahlenfolgen erfordern Mustererkennung. Übe mit verschiedenen Arten von Folgen, bis du die gängigen Typen schnell identifizierst.
Das Soziale Entscheiden ist der am schwierigsten zu trainierende Untertest. Die Antworten basieren auf Experteneinschätzungen, und es gibt keine eindeutig ableitbare Logik. Trotzdem kannst du dich vorbereiten.
Lies dich in die Grundlagen der ärztlichen Kommunikation ein. Konzepte wie Patientenautonomie, Schweigepflicht und professionelle Distanz sind wiederkehrende Themen. Überlege bei jeder Situation: Was würde ein erfahrener Arzt oder eine erfahrene Ärztin als angemessen betrachten? Extreme Handlungen sind fast nie richtig, und Kommunikation und Empathie werden generell höher bewertet als schnelles Handeln.
Ein realistischer Vorbereitungsplan umfasst drei bis sechs Monate bei täglichem Lernen von zwei bis vier Stunden. Die Intensität kann variieren, aber Kontinuität ist wichtiger als einzelne Marathon-Sessions.
Nutze die offiziellen Materialien der Medizinischen Universitäten. Der Stichwortekatalog und die Beispielaufgaben auf der offiziellen MedAT-Website sind die authentischsten Quellen. Ergänze diese durch Übungsbücher und Online-Ressourcen, aber verlasse dich nicht ausschließlich auf Drittanbieter.
Simuliere den Testtag mehrfach unter realistischen Bedingungen. Der MedAT dauert einen ganzen Tag, und die Zeitvorgaben sind strikt. Dein Körper und Geist müssen auf diese Belastung vorbereitet sein.
Die Anmeldung zum MedAT erfolgt online über die Website der jeweiligen Universität. Der Anmeldezeitraum liegt typischerweise im März, wobei du dich nur für einen Standort bewerben kannst. Die Testgebühr beträgt rund 110 Euro.
Bei der Anmeldung gibst du deine Präferenzen für Humanmedizin oder Zahnmedizin an. Eine nachträgliche Änderung ist nicht möglich, also überlege dir vorher gut, welchen Studiengang du anstrebst.
Der Test selbst findet Anfang Juli statt und dauert den gesamten Tag. Du benötigst nur einen gültigen Lichtbildausweis und die zugelassenen Schreibmaterialien. Die genauen Bestimmungen erhältst du mit deiner Anmeldebestätigung.
Die Ergebnisse werden etwa sechs Wochen nach dem Test veröffentlicht. Du erhältst deinen Rangplatz und erfährst, ob du einen Studienplatz erhalten hast. Bei Erfolg beginnt das Studium im Oktober desselben Jahres.
Der größte Unterschied zu deutschen Verfahren liegt in der Unabhängigkeit vom Abiturschnitt. Während in Deutschland selbst beim TMS deine Abiturnote einen erheblichen Teil der Bewertung ausmacht, zählt beim MedAT ausschließlich dein Testergebnis.
Im Vergleich zum TMS ist der MedAT umfangreicher. Er testet nicht nur kognitive Fähigkeiten, sondern auch Faktenwissen und soziale Kompetenz. Das macht die Vorbereitung aufwendiger, gibt dir aber auch mehr Ansatzpunkte zur Verbesserung.
Der HAM-Nat der Universitäten Hamburg und Magdeburg ist dem BMS-Teil des MedAT ähnlich. Wenn du für den HAM-Nat lernst, kannst du Synergien nutzen, da sich die naturwissenschaftlichen Inhalte überschneiden.
Ein Medizinstudium in Österreich unterscheidet sich in einigen Punkten vom deutschen System. Die Studiengebühren betragen rund 380 Euro pro Semester, was deutlich über den deutschen Semesterbeiträgen liegt, aber im internationalen Vergleich niedrig ist.
Das Curriculum ist modular aufgebaut und unterscheidet sich je nach Universität. Wien und Graz folgen eher klassischen Strukturen, während Linz und Innsbruck innovative Ansätze verfolgen. Alle Abschlüsse sind EU-weit anerkannt, sodass du problemlos nach Deutschland zurückkehren und dort als Arzt oder Ärztin arbeiten kannst.
Die Lebenshaltungskosten variieren je nach Stadt. Wien ist am teuersten, während Graz und Linz günstiger sind. Insgesamt sind die Kosten mit deutschen Universitätsstädten vergleichbar.
Der MedAT ist eine ernstzunehmende Alternative zum deutschen Zulassungssystem. Wenn du bereit bist, dich intensiv vorzubereiten, hast du realistische Chancen auf einen Studienplatz, unabhängig von deinem Abiturschnitt.
Die Vorbereitung erfordert Zeit und Disziplin. Drei bis sechs Monate solltest du einplanen, wobei der BMS den größten Lernaufwand verursacht. Die kognitiven Untertests lassen sich durch regelmäßiges Training verbessern, und selbst das Soziale Entscheiden kann mit der richtigen Herangehensweise gemeistert werden.
Ob sich der Aufwand für dich lohnt, hängt von deiner individuellen Situation ab. Wenn du in Deutschland aufgrund deines Abiturschnitts lange Wartezeiten hast oder mehrfach am TMS oder HAM-Nat gescheitert bist, bietet der MedAT eine echte Chance. Du kannst den Test beliebig oft wiederholen und jedes Jahr einen neuen Anlauf nehmen.
Wir empfehlen dir, den MedAT als Teil einer umfassenden Bewerbungsstrategie zu betrachten. Nutze alle verfügbaren Wege parallel: TMS, HAM-Nat und eben den MedAT. Je mehr Optionen du verfolgst, desto höher sind deine Gesamtchancen auf einen Studienplatz in der Medizin.