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Die Frage nach dem richtigen Studienmodell beschäftigt viele angehende Medizinstudierende. Foren, Social Media und Beratungswebsites sind voll von Meinungen, die oft in eine klare Richtung weisen: Der Modellstudiengang sei moderner, praxisnäher und damit besser. Diese pauschale Einschätzung greift jedoch zu kurz.
Die Grundidee der Modellstudiengänge entstand aus berechtigter Kritik am klassischen Curriculum. Studierende bemängelten die strikte Trennung zwischen vorklinischem und klinischem Abschnitt, den späten Patientenkontakt und die Theorielast der ersten Studienjahre. Als Reaktion entwickelten verschiedene Fakultäten alternative Konzepte, die theoretische und praktische Inhalte von Beginn an verzahnen sollten.
Die Idee klingt überzeugend: Statt isoliert Anatomie, Physiologie und Biochemie zu pauken, lernen Studierende in organbezogenen Modulen. Das Herz-Kreislauf-System wird nicht in getrennten Fächern behandelt, sondern als zusammenhängendes Thema. Dazu kommen frühe Hospitationen, Simulationstraining und ein stärkerer Fokus auf kommunikative Kompetenzen.
Was in der Theorie schlüssig erscheint, variiert in der Umsetzung erheblich. Jede Fakultät mit Modellstudiengang hat ein eigenes Konzept entwickelt. Manche behalten das klassische Physikum bei, andere ersetzen es durch äquivalente Prüfungen. Die Lernspirale, ein beliebtes didaktisches Element, wird unterschiedlich interpretiert und implementiert. Der Grad des frühen Praxisbezugs schwankt ebenso wie die Struktur der Wahlbereiche.
Diese Heterogenität hat Konsequenzen. Studierende, die von außen auf einen Modellstudiengang blicken, sehen oft nur das Etikett, nicht das konkrete Curriculum. Ein Modellstudiengang an einer Fakultät kann sich fundamental von dem an einer anderen unterscheiden.
Umgekehrt wäre es falsch, alle Regelstudiengänge als verstaubt abzustempeln. Viele Fakultäten haben innerhalb des klassischen Rahmens Modernisierungen vorgenommen. Simulationszentren, begleitende Praxiskurse und verbesserte Lehrmethoden finden sich auch dort. Manche Regelstudiengänge haben Kompetenzfelder oder Patientensimulationen integriert, ohne formal zum Modellstudiengang zu wechseln.
Die Qualität der Lehre hängt letztlich stärker von der konkreten Fakultät, dem Engagement der Lehrenden und den vorhandenen Ressourcen ab als vom gewählten Studienmodell.
Ein oft unterschätzter Aspekt betrifft die Mobilität während des Studiums. Das Physikum, der erste Abschnitt der ärztlichen Prüfung, ist ein bundesweit standardisiertes Staatsexamen. Wer es bestanden hat, verfügt über einen einheitlich anerkannten Leistungsnachweis.
Für Studierende, die einen Universitätswechsel in Betracht ziehen, ist dies relevant. Der Wechsel nach dem Physikum gestaltet sich in der Regel unkomplizierter als während der vorklinischen Phase, da alle Studierenden zum gleichen Zeitpunkt über einen vergleichbaren Leistungsstand verfügen. Zwischen Modell- und Regelstudiengang zu wechseln kann hingegen zu Verzögerungen führen, da die unterschiedlich strukturierten Leistungsnachweise nicht immer vollständig anerkannt werden.
Wer also von vornherein plant, die Universität im Verlauf des Studiums zu wechseln, sollte diesen Aspekt in die Entscheidung einbeziehen. An manchen Fakultäten mit Modellstudiengang ist ein Tausch vor dem äquivalenten Abschluss faktisch nicht möglich, da die Gleichwertigkeit der Leistungen nicht gegeben ist.
Die Wahl zwischen Regel- und Modellstudiengang sollte nicht isoliert betrachtet werden. Andere Faktoren wiegen oft schwerer.
Die Stadt selbst prägt die Studienzeit erheblich. Lebensqualität, soziales Umfeld und persönliche Bindungen beeinflussen das Wohlbefinden und damit auch den Studienerfolg. Lebenshaltungskosten variieren zwischen deutschen Universitätsstädten erheblich. Die Zulassungskriterien unterscheiden sich je nach Fakultät. Manche gewichten den TMS stark, andere nutzen eigene Auswahlverfahren wie den HAM-Nat.
Auch die Frage, wie wichtig einem persönlich der frühe Patientenkontakt ist, sollte ehrlich beantwortet werden. Nicht jeder profitiert gleichermaßen von modularem Lernen. Manche Studierende schätzen die klare Struktur des Regelstudiengangs, die Möglichkeit, sich zunächst fundiert die Grundlagen anzueignen, bevor klinische Komplexität hinzukommt.
Der integrierte Modellstudiengang Medizin (iMED) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf steht exemplarisch für ein durchdachtes reformiertes Curriculum. Seit 2012 verzahnt er theoretische Grundlagen und klinische Praxis über den gesamten Studienverlauf. Das Konzept betont wissenschaftliche Orientierung, die Vermittlung praktischer Fertigkeiten und die Entwicklung psychosozialer Kompetenzen.
Wir, Martin und Malte, haben selbst in Hamburg studiert und können aus eigener Erfahrung berichten: Die flexible Struktur des iMED hat uns sehr gut gefallen. Die frühe praktische Orientierung machte das Lernen greifbarer und motivierender. Statt jahrelang auf den ersten echten Patientenkontakt zu warten, konnten wir von Anfang an das Gelernte im klinischen Kontext einordnen. Dazu kommt Hamburg als Studienstadt. Die Lebensqualität an der Elbe, das kulturelle Angebot und die weltoffene Atmosphäre haben unsere Studienzeit enorm bereichert. Ein Medizinstudium ist intensiv genug. Da hilft es, wenn die Stadt drumherum stimmt.
Hamburg nutzt den HAM-Nat als Auswahltest, der naturwissenschaftliche Vorkenntnisse prüft. Wer sich für den iMED interessiert, sollte sich entsprechend vorbereiten. Auf hamnatvorbereitung.de findet sich umfassendes Lernmaterial, das speziell auf den HAM-Nat zugeschnitten ist und Bewerberinnen und Bewerbern hilft, ihre Chancen auf einen Studienplatz in Hamburg zu verbessern.
Die Frage "Regel- oder Modellstudiengang?" lässt sich nicht pauschal beantworten. Es gibt keinen objektiv besseren Weg zum Arztberuf. Entscheidend ist, das konkrete Curriculum der in Frage kommenden Fakultäten zu analysieren, die eigenen Präferenzen zu kennen und die Gesamtsituation einschließlich Standort, Zulassungschancen und persönlicher Lebensplanung zu berücksichtigen.
Wer sich Zeit nimmt, diese Aspekte sorgfältig abzuwägen, trifft am Ende die für sich richtige Entscheidung.