5 Alternative Wege ins Medizinstudium

Fünf alternative Wege ins Medizinstudium

Dein Abitur und dein Medizinertest (TMS) sind schlechter ausgefallen als erwartet und du hast deswegen keinen Medizinstudienplatz über hochschulstart.de erhalten? Dann bist du nicht allein; jedes Jahr gehen ca. 80% aller Bewerber über hochschulstart.de leer aus. Doch eine Absage von hochschulstart.de bedeutet noch nicht, dass du dein Ziel Medizinstudienplatz aufgeben musst.

Zuallererst solltest Du überprüfen, ob du wirklich die für dich sechs bestmöglichen Unis im Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) angegeben hast. Quasi jede Uni verwendet ihren eigenen Mix an Auswahlkriterien, woraus sich für viele Kandidaten völlig unterschiedliche Chancen an den einzelnen Unis ergeben. Mehr dazu findest du in unserem Blog, z.B. hier.

Daneben gibt es aber noch eine Vielzahl weitere Möglichkeiten, einen Medizinstudienplatz zu erlangen. Über die fünf wichtigsten Wege geben wir dir hier einen Überblick.

 

1. Medizinstudium im Ausland

Anders als in Deutschland ist der Abiturschnitt bei einer Bewerbung an Universitäten im Ausland oft weniger wichtig. Dafür gibt es aber andere Hürden wie universitäts- oder landesspezifische Aufnahmetests (z.B. MedAT in Österreich, EMS in der Schweiz).

Weiterhin solltest du beachten, ob der ausländische Abschluss in Deutschland auch anerkannt ist. Zumindest innerhalb der EU-Länder sowie der Schweiz werden die Abschlüsse als gleichwertig anerkannt.

Möglich ist auch, das Studium an einer ausländischen Universität zu beginnen und später in einem höheren Fachsemester wieder an eine deutsche Uni zu wechseln. Dafür musst du deine bisher im Ausland erbrachten Studienleistungen anerkennen lassen, was das für dich zuständige medizinische Landesprüfungsamt übernimmt. Danach kannst du dich an allen 36 Hochschulen für höhere Fachsemester bewerben.

 

2. Medizinstudienplatz im Losverfahren

Jedes Semester bleiben wegen des komplexen Bewerbungsverfahrens und kurzfristiger Absagen einige Studienplätze unbesetzt. Diese werden von den Unis individuell im Losverfahren vergeben. Im Vergleich zu einer Bewerbung auf hochschulstart.de ist die Teilnahme überraschend einfach: Es genügt häufig eine Postkarte mit Namen und Adressdaten bzw. die Angabe der persönlichen Daten in einer Online-Maske der jeweiligen Hochschule.

Wie der Name schon vermuten lässt, liegen die Chancen aber auch eher bei denen auf einen Lottogewinn. Einige Universitäten geben sogar auf ihren Webseiten ausdrücklich an, dass sie in den letzten Jahren kaum einen Platz verlost haben.

 

3. Studienplatzklage

Ein alles andere als billiger und trotzdem nicht garantierter Weg zu einem Medizinstudienplatz ist die Studienplatzklage. Das Grundprinzip ist dabei folgendes: Jede Uni muss nachweisen, dass sie alle verfügbaren Studienplätze auch tatsächlich vergeben hat. Trotz Losverfahren bleiben  jedoch häufig noch einige Plätze unbesetzt. Diese werden dann unter den Klägern vergeben. Der Klageweg ist längst kein Geheimtipp mehr: Nach Schätzungen klagen 1.500 Bewerber jedes Jahr auf einen Medizinstudienplatz.

Eine Klage ist mit erheblichen Kosten verbunden. Die Kosten für die Klage auf einen Medizinstudienplatz an einer einzelnen Uni betragen rund 1.200 Euro. Da aber die Klage nur an einer einzigen Uni wegen der inzwischen hohen Zahl an Klägern kaum erfolgversprechend ist, fallen bei einer realistischen Erfolgschance weitaus höhere Kosten an.

 

4. Medizinstudium über die Bundeswehr

Eine weitere Möglichkeit einen Medizinstudienplatz zu ergattern ist ein Studium über die Bundeswehr. Von den rund 10.000 Medizinstudienplätzen erhält die Bundeswehr ein Kontingent von circa 250 Plätzen zur eigenen Vergabe. Auch diese Plätze sind umkämpft: Es gibt jedes Jahr rund 1.300 Bewerber.

Die Vergabe erfolgt in einem eigenen Auswahlverfahren der Bundeswehr, welches sich von dem normalen Bewerbungsverfahren auf hochschulstart.de deutlich unterscheidet. So durchlaufen Bewerber ein dreitägiges Auswahlverfahren in der Offizierbewerberzentrale in Köln. In diesem musst du unter anderem Sporttests, eine ärztlichen Untersuchung, einen Computer-Eignungstest und Eignungsgespräche meistern.

Außerdem musst du dich für insgesamt 17 Jahre bei der Bundeswehr verpflichten. Für die Studienzeit ist man dabei vom Dienst bei der Bundeswehr beurlaubt – im Gegenzug wird aber auch verlangt, dass man das Studium in der Regelstudienzeit abschließt. Dafür erhalten die Studierenden aber auch schon während des Studiums ein festes Gehalt.

 

5. Medizinstudium an privater Hochschule

Schließlich gibt es in Deutschland eine Handvoll von Privatuniversitäten, an denen du Medizin studieren kannst. Diese Möglichkeit gibt es zum Beispiel an der Uni Witten/Herdecke oder der Kassel School of Medicine.

Zwar gibt es an diesen Universitäten keinen NC. Dafür musst du aber die universitätseigenen Auswahlverfahren erfolgreich passieren und dir die zum Teil erhebliche Studiengebühren leisten können. Einige Universitäten verlangen dir zudem Reisebereitschaft ab: So musst du den ersten Teil des Studiums oder einzelne Prüfungsleistungen an einem Standort im Ausland erbringen.

 

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