Bewerbungsverfahren Medizin

Wie funktioniert das Bewerbungsverfahren für einen Medizinstudienplatz?

 

Traumberuf Arzt – für viele Schüler und Abiturienten ist die Anziehungskraft dieses Berufs ungebrochen. Die erste große Hürde auf dem Weg zum Arztberuf ist die Bewerbung um einen Studienplatz für das Fach Humanmedizin. Zum letzten Wintersemester 2016/2017 bewarben sich mehr als 43.000 Interessenten auf knapp über 9.000 Studienplätze. Da nur wenige Universitäten einen Studienbeginn zum jeweiligen Sommersemester anbieten, ist hier die Quote sogar noch schlechter: so kamen für das Sommersemester 2016 fast 19.000 Bewerber auf circa 1.650 Studienplätze.

Die Bewerbung für einen Medizinstudienplatz erfolgt dabei anders als in vielen anderen Studiengängen nicht direkt an der jeweiligen Universität. Vielmehr wird das Verfahren zentral von der Stiftung für Hochschulzulassung abgewickelt. Diese betreibt dazu das Portal hochschulstart.de. Bis Mai 2010 hieß diese Zentrale Vergabestelle für Studienplätze (ZVS). Deshalb schwirrt auch diese Abkürzung noch in vielen (älteren) Köpfen herum. Das auszufüllende Bewerbungsformular trägt den kreativen Namen AntOn (Antrag Online).

 

Drei Quoten für die Bewerbung

Die Vergabe eines Medizinstudienplatzes erfolgt nach drei verschiedenen Zulassungsquoten. 20 Prozent der Plätze werden an die Abiturbesten vergeben. Weitere 20 Prozent der Plätze erhalten Bewerber nach der von ihnen angesammelten Wartezeit. Mit 60 Prozent der Großteil der Plätze wird nach dem sogenannten Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) vergeben. Die Auswahl in jeder dieser drei Quoten erfolgt dabei nach jeweils unterschiedlichen Regeln.

 

Abiturbestenquote

Für die Abiturbestenquote ist alleiniges Auswahlkriterium der Notendurchschnitt im Abitur. Dabei werden zunächst Listen mit den Abiturbesten des jeweiligen Bundeslandes gebildet. Grund dafür ist, dass die unterschiedlichen Schulsysteme der Bundesländer die Chancen nach der Abiturbestenquote nicht beeinflussen sollen. Trotzdem ist die erforderliche Durchschnittsnote für alle Bundesländer sehr hoch: Für das Wintersemester 2016/17 betrug sie für fast alle Bundesländer 1,0. Nur für Bewerber mit Abitur aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein lag sie bei 1,1.

 

Wartezeitenquote

Für die Wartezeitenquote wird dagegen eine bundeseinheitliche Rangliste gebildet. Für die Wartezeit werden die seit dem Abitur verstrichenen Halbjahre/Semester gezählt. Studienzeiten an deutschen Hochschulen werden dabei nicht angerechnet. Man kann die Zeit also nicht mit einem anderen Studium innerhalb Deutschlands überbrücken. Im Wintersemester 2016/17 betrug die notwendige Wartezeit für ein Studienplatz nach der Wartezeitenquote 14 Semester, also 7 Jahre. Wie sich die Quote entwickelt, hängt unter anderem davon ab, wie viele Mitbewerber mit Wartezeit es gibt.

 

Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH)

Der wesentliche Teil der Medizinstudienplätze wird jedoch über das Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) vergeben. Für diese Studienplätze können die Hochschulen eigene Kriterien festlegen. Zwar kommt auch im AdH der Abiturnote eine wesentliche Bedeutung zu. Allerdings verwenden die verschiedenen Universitäten zum Teil weitere Kriterien. So können Noten bestimmter Einzelfächer besonders gewichtet werden oder fachspezifische Studierfähigkeitstests wie der Medizinerstest (TMS) oder der Hamburger Naturwissenschaftstest (HAM-Nat) einfließen. Teilweise wird auch eine Berufsausbildung oder ein Freiwilligendienst positiv berücksichtigt. Schließlich führen manche Hochschulen auch persönliche Auswahlgespräche durch.

Bei der Bewerbung auf einen Studienplatz können bis zu sechs Universitäten mit absteigender Ortspräferenz genannt werden. Manche Universitäten sind dabei besonders wählerisch und berücksichtigen nur Bewerber, die sie als 1. Ortspräferenz angeben (z.B. Charitè Berlin, Universität Heidelberg). In AntOn lassen sich diese Universitäten dann an anderer Stelle aber auch nicht auswählen. Dennoch erfordert die Auswahl der Universitäten besondere Sorgfalt. Für eine optimale Nutzung der eigenen Chancen sind diejenigen Universitäten auszuwählen, welche auf Grundlage der eigenen Kriterien und der jeweiligen Prognose des Numerus Clausus im AdH-Verfahren die größten Chancen eröffnen.

Hier erfährst du, welche Kriterien die Chancen bei der Bewerbung auf einen Medizinstudienplatz im AdH-Verfahren erhöhen können.

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